Wenn ich in die Disco gehe, will ich tanzen. Das ist ein wohltuender Unterschied zu all denen die in die Disco gehen, um Vertreter des jeweils anderen Geschlechts aufzureißen. Brauch ich nicht, denn ich bin vergeben. Dennoch kommt es vor, dass auch ich angesprochen werde. Klar, habe ja kein Schild um den Hals, dass ich liiert bin und auch nicht vorhabe diesen Zustand zu ändern.
Gestern Abend war ich mit zwei Freundinnen mal wieder beim so genannten "After Work Club". Ich wurde dreimal angesprochen, und mehr oder weniger plumb versuchten die Männer herauszufinden, ob ich einen Freund habe. Also zwei von denen wollten das wissen und verschwanden auch ziemlich taktlos ohne ein weiteres Wort, als ich ehrlich antwortete. Macht man das heutzutage so? Nicht einmal "schönen Abend noch" kam über deren Lippen. Sehen sich diese Männer dem Verfallsdatum schon so nahe, dass sie ohne Zeitverlust sofort zu nächsten potentiellen Partnerin hasten müssen?
Am aussergewöhnlichsten fand ich aber den Typen, den wir Mädels aufgrund seiner kinnlangen Lockenpracht den Rest des Abends nur noch den Prinzen nannten. Erste Frage: "Warst du schon mal verheiratet?" Zweite Frage: "Ach ja, wie lange?" Dritte Frage: "Hast du Kinder?" Ich bejahte auch dies. Er wollte wissen wie alt mein Kind ist. Als ich "sieben" antwortete, ergab sich eine kurze Denkpause seinerseits, dem ein (immerhin hat er mich nicht ganz wortlos stehen lassen) "Nein danke" folgte. Dann ließ er mich stehen. Draußen liefen wir uns noch einmal über den Weg und er entschuldigte sich sogar für sein Verhalten. Naja, Entschuldigung ist vielleicht ein wenig zuviel gesagt. Er nuschelte ein "vorhin ein bisschen dumm gelaufen...", aber immerhin hat er dadurch seine zwei anderen Geschlechtsgenossen in punkto Anstand ausgestochen. Ich ließ nicht locker und wollte wissen, wie alt denn mein Kind sein dürfe, damit er nicht "nein danke" sagt. Wieder begann er zu überlegen um dann zu gestehen, dass ein Patchwork-Familie für ihn eigentlich gar nicht in Frage kommt. Na Gott sei Dank! Wie hätte ich nur meinem Freund beibringen sollen, dass ich ihn leider verlassen muss, um mit einem Prinzen eine Patchwork-Familie zu gründen? Obwohl... vielleicht hätten wir ja auch zu viert eine Familie gründen können: mein Liebster, der Prinz, mein Sohn und ich.
Denn ob ich einen Freund habe, fragte der Prinz nicht ein einziges Mal. Dürfte also kein Hindernis gewesen sein.
Meine Ost-West-Splitter
Vor 9 Stunden

1 Kommentare:
Hallo Manu, das sind ja tolle Geschichten =D Aber immerhin, Du wirst noch angesprochen, dass sollte doch auf jeden Fall gut fürs Ego sein - auch wenn der Rest eher für die Katz war *lol*
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