Donnerstag, August 14, 2008

Wehwechen

Ist es vielleicht generell so, dass man mehr auf seinen Körper und kleinere Symptome achtet und sich Gedanken macht, sobald man den Zenit von 30 Jahren überschritten hat?

Vor nicht allzu langer Zeit gab es schon einmal etwas, was mir Sorgen bereitete. Diese haben sich aber inzwischen halbwegs zerstreut.

Nun habe ich etwas Neues. Vor gut anderthalb Wochen wurde ich gefragt, ob ich schon immer unterschiedlich große Pupillen gehabt hätte. Ich fiel aus allen Wolken, denn das war mir absolut neu. Aber in der Tat, ein Blick in den Spiegel bezeugte es: meine linke Pupille ist eindeutig größer als die rechte, und zwar so deutlich, dass man von einer normalen Abweichung nicht mehr sprechen kann. Anfangs fand ich es ja noch witzig, wenn Fragen kamen, ob ich mir irgendwelche bewusstseins- und pupillenerweiternden Mittelchen eingeworfen hätte, aber dagegen sprechen zwei Gründe: 1. ich habe mir nichts eingeworfen und 2. müssten dann ja beide Pupillen gleichmäßig erweitert sein.



Eigentlich soll man ja in Gesundheitsfragen das Internet möglichst meiden, weil es ein Sammelsurium medizinischer Halbwahrheiten und ausgegorenen Blödsinns ist.

Was tat ich also? Ich gab meine Symptome bei Google ein. Hätte ich es lieber lassen sollen? Vielleicht ja, vielleicht nein. Die möglichen Ursachen für meine unterschiedlichen Pupillen (Fachbegriff: Anisokorie) reichen von absolut harmlos bis hin zum Gehirntumor oder schweren Herzkrankheiten.
Meine Allgemeinärztin, die ich heute morgen deswegen konsultierte - es ließ mir halt einfach keine Ruhe - brachte zusätzlich noch die Frage nach eventuellen Schilddrüsenerkrankungen in der Familie ins Spiel, was ich verneinte.

Den Nachmittag verbrachte ich dann im Wartezimmer eines Augenarztes, zum ersten Mal in meinem Leben. Wenn auch mein Körper gerne hier schreit, sobald es irgendwelche blöden Krankheiten im Sonderangebot gibt - auf meine Augen und meine Sehfähigkeit konnte ich immer stolz sein. Da ich keinen Termin hatte, aber es bei diesen Symptomen wahrscheinlich an Fahrlässigkeit grenzt, wenn man mich mit einem Termin für nächste Woche wieder nach Hause schickte, dauerte es insgesamt etwa drei Stunden, bis Janek und ich die Praxis wieder verlassen konnten. Ein Hoch auf Janeks Nintendo DS, das die Wartezeit für meinen Sohn nur halb so schlimm machte.

Der Augenarzt konnte auch keine Ursache feststellen. Ich wurde diversen Test unterzogen, die ich alle nahezu fehlerlos bestanden habe. Unter anderem wurde eine Gesichtsfelduntersuchung gemacht. Da ich dabei auf jedem Auge alle 81 Lichtpunkte erkannt hatte, konnte mich der Arzt zumindest insofern beruhigen, dass er mich nicht als Notfall in eine Klinik überweisen müsse.
Stattdessen drückte er mir drei Überweisungen in die Hand: eine zur CCT, eine zum Neurologen und eine in die Augenklinik der Berliner Charité. Nun kann ich nur hoffen, dass ich überall schnellstmöglich Termine bekomme, damit ich weiß woran ich bin. Und am Ende hoffentlich erfahre, dass es nur eine harmlose Laune der Natur ist.

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