Samstag, Februar 09, 2008

Vom Können, Wollen und Müssen

Man sagt den Vertretern meines Sternzeichens gerne nach, dass sie sich nicht entscheiden können. Da ist was dran. Ich neige in der Tat dazu, mich in mancherlei Hinsicht schwer zwischen A und B entscheiden zu können (wenn es auch noch C und D zur Auswahl gibt, bin ich vollends verloren), was mitunter dazu führen kann, dass ich meine Umwelt mit vermeintlichen HauRuck-Aktionen verblüffe. Wenn ich merke, dass ich um eine Entscheidung nicht herum komme, gönnen sich Verstand und Bauch einen heftigen Disput, der meistens damit endet dass mein Bauch gewinnt. Und das wird dann auch gemacht, basta! Damit bin ich bisher in der Regel auch ganz gut gefahren.

Vor gerade mal drei Wochen (die mir wie eine Ewigkeit erscheinen) reifte in mir der Entschluss, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und aus zwei Wohnungen eine zu machen. Gab es bisher genug Gründe für mich und meinen Liebsten, nicht zusammenzuziehen, so ergaben sich auf einmal tausende Gründe, es doch zu tun. Der Ärmste hatte gar keine Wahl, denn schon aus organisatorischen Überlegungen (Janek, Schulweg, Freunde) war klar, dass er sein 1-Zimmer-Domizil im geliebten Prenzlauer Berg aufgeben und zu uns nach Pankow-Niederschönhausen ziehen musste. Unzweifelhaft war klar, dass wir gemeinsam eine größere Wohnung suchen würden, da in meiner 71,6 m² Wohnung inklusive Arbeitszimmer nicht genug Platz ist für die freie Entfaltung von zwei Erwachsenen und einem Kind. Also machten wir uns auf die Suche nach ca. 30 m² mehr und wurden so schnell fündig, dass unsere Kündigungsfristen uns Sorgen bereiteten. Einige schlaflose Nächte später verzichteten wir dann aber doch freiwillig auf unsere Traumwohnung, die über solche Extravaganzen wie ein separates Gäste-WC mit Dusche verfügt und beschlossen, uns doch erst mal bis auf Weiteres auf meinen bereits vorhanden 71,6 m² zusammenzuquetschen. Mein Bauch hatte einfach nicht hundertprozentig ja zur neuen und (das wollen wir mal nicht außer Acht lassen) um einiges teureren Wohnung gesagt. Zwar hatte ich meine Wohnung sogar schon gekündigt, aber der für mich zuständige Mieterbetreuer war so nett, meine Kündigung zurückzunehmen. Dass dies so problemlos ging, war für mich auch ein Zeichen, dass die Entscheidung richtig war.
Ich hätte es nicht gedacht, aber als ich den Makler der "neuen" Wohnung anrief um abzusagen, fiel mir ein Stern vom Herzen. Mit neuem Elan werde ich mich nun auf meine - bald unsere - eigenen vier Wände stürzen und das gesparte Geld in ein paar Verschönerungsarbeiten investieren.