Mittwoch, Dezember 27, 2006

Energie

Wenn man in einer unsanierten Wohnung in Ostberlin lebt, muss man sich mit einigen Widrigkeiten abfinden, die aber auf der anderen Seite mitunter genau den Charme ausmachen, den ich an der Stadt so liebe. Gut, Kohleofen wie einige meiner Nachbarn - das muss ich nicht mehr haben und es wäre für mich ein No-Go-Kriterium für meine Wohnung gewesen.

Dummerweise bin ich verwöhnte Göre aber hier eingezogen, ohne auch nur auf eins meiner technischen Geräte verzichten zu wollen. Wenn ich nun also - was öfter vorkommt - Waschmaschine, E-Herd, PC und Radio parallel in Betrieb habe und es dann noch wage, den Staubsauger einzuschalten, stehe ich kurze Zeit später mit 80%iger Wahrscheinlichkeit im Dunkeln, weil mal wieder die Sicherung rausgeflogen ist. Mehrmals rief ich bei der Wohnungsgenossenschaft an, die mir dann entweder einen Elektriker oder den Hausmeister schickten. Bei den Elektrikern gibt es zwei verschiedene Sorten. Typ A schaut kopfschüttelnd in den Hauptsicherungskasten im Treppenhaus und moniert, dass die gesamten Leitungen dringend erneuert werden müssten. Aber er wisse ja, wie das ist mit den Wohnungsgenossenschaften, die haben ja alle kein Geld. Typ B hingegen hält mir eine Predigt über mein Stromverbrauchverhalten, das meiner Ansicht nach allerdings nicht wirklich viel extremer ist als das anderer Menschen.

Heute morgen hingegen war irgendetwas anders, als um 09:18 der Strom ausfiel. Abgesehen von Stand-By-Geräten wie Fernseher, Videorekorder usw. hatte ich lediglich eine kleine Lampe im Schlafzimmer angeschaltet, weil ich die Langschlafphase von Janek ausnutzen und gemütlich lesen wollte. Dieses Mal war der Stromausfall nicht meine Schuld, wie sich kurze Zeit später herausstellte. Das halbe Viertel schien es erwischt zu haben. Die sonst eifrig blinkenden Schneemänner und Weihnachtsbäume in den Fenstern der Nachbarn schauten finster drein, und bald hatte sich die halbe Hausgemeinschaft im Treppenhaus versammelt, um Erfahrungsaustausch zu betreiben. Wie es der Zufall wollte, waren drei von vier Handyakkus leer (auch meiner), so dass man nicht mal so einfach herumtelefonieren konnte. Das Blödeste an diesem Stromausfall war die Tatsache, dass alle Wohnungen per Gasetagenheizungen beheizt werden, die topmodern über einen Temperaturfühler arbeiten. Das ist an und für sich phänomenal, aber nur solange es Strom gibt. So wurde es also auch noch fühlbar kälter in der Wohnung.

Nach anderthalb Stunden stieg mein Nachbar Andi (ostdeutsch ausgesprochen: Ändi) wildentschlossen die Treppen wieder nach oben, um von seinem Handy aus (Nr. 4 mit dem geladenen Akku) beim Stromversorger Vattenfall anzurufen. Er konnte noch nicht die Nummer gewählt haben, da war der Spuk plötzlich vorbei. Ich rief lachend "Danke, Andi!" nach oben und schnappte mir Janek, um auswärts in einem warmen Cafe frühstücken zu können.

Wir kehrten mit einem neuen elektrischen Gerät nach Hause zurück, und ich war mir fast sicher, dass der Sicherungskasten beim Anblick des Kartons aufstönte und dachte: Die wird es wohl nie lernen.
Dafür besitzt Janek jetzt eine elektrische Zahnbürste, die nach jeweils einer Minute Putzzeit eine von 16 möglichen Melodien spielt. Und so etwas Tolles sollte ich meinem Kind vorenthalten?

Samstag, Dezember 23, 2006

Weihnachtsbacken

Man nehme:
1 Tasse Wasser
1 Tasse Zucker
¼ kg Butter
1 Tasse braunen Zucker
4 große Eier
2 Tassen getrockneter Früchte
1 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Salz
1 Hand voll Nüsse
1 Zitrone
1 L Whiskey

Zubereitung:

Zunächst kosten Sie den Whiskey und überprüfen so seine Qualität. Nehmen Sie dann eine große Rührschüssel zur Hand.

Währenddessen probieren Sie nochmals den Whiskey und überzeugen sich davon, daß er wirklich von bester Qualität ist. Gießen Sie dazu eine Tasse randvoll und trinken diese aus. Wiederholen Sie diesen Vorgang.

Schalten Sie den Mixer an und schlagen Sie in der Rührschüssel die Butter Flaumig weich. Fügen Sie einen Löffel voll Zucker hinzu.Überprüfen Sie, ob der Whiskey noch in Ordnung ist. Probieren Sie dazu nochmals eine Tasse voll.

Mixen Sie den Schalter aus ! Brechen Sie 2 Eier aus und zwar in die Schüssel. Haun Sie die schrumpeligen Früchtchen mit rein. Malten Sie den Schixer an.Wenn das blöde Obst im Trixer stecken bleibt, lösen’s des mit ‘neu Traubenschier. Überrpüfen Sie den Whiskey auf seine Konsisssstennzzzzzzzz……

Jetzt schmeißen Sie die Zitrone in den Hixer und drücken Ihre Nüsse aus.Fügen Sie eine Tasse hinzu.
Zucker, alles.Was auch immer….
Fetten Sie den Ofen ein.Drehen Sie ihn um 350 Grad.
Schlagen Sie auf den Mixer, bis er ausgeht.Werfen Sie die Rührschüssel aus dem Fenster und überprüfen Sie den Geschmack des Übrigen, abgestandenen Whiskeys.

Gehen Sie ins Bett und pfeifen auf den Kuchen!

Frohe Weihnachten !!

Freitag, Dezember 22, 2006

Wie man sich Wahrheiten zurechtbiegt

Seit gestern...

...steht mein neues Auto endlich vor meiner Tür. Ich habe ihm sogar "Gute Nacht" gesagt. Auweia!

Dienstag, Dezember 19, 2006

By Heart

In ziemlich melancholischer Stimmung (erst die Absage von der Schule, und dann musste ich mich auch noch für neun Tage von meinem Kleinen verabschieden) stieg ich am Samstag spontan am Alex aus der S-Bahn, um einen Bummel über den Weihnachtsmarkt zu machen. Doch soweit kam ich gar nicht. Zwischen dem S-Bahnhof und dem Weihnachtsmarkt gab es einen Menschenauflauf, der mich zum Anhalten zwang. Der Grund: "By Heart". Ich hatte noch nie zuvor etwas von dieser Band gehört, aber so ging es wohl nahezu allen Zuhörern. Die Band kommt aus Schweden und ist vor zwei Monaten nach Berlin gezogen "to become Rockstars". Ich war auf Anhieb hin und weg. Während neben mir zwei Damen diskutierten, ob die Band eine Mischung aus REM und Coldplay ist, war ich tief berührt. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie sehr ich diese Stadt liebe, die seit drei Jahren mein Zuhause ist. Mit einem Kloß im Hals träumte ich den Fernsehturm an, lauschte der Musik und war froh und traurig zugleich. Versteht sich von selbst, dass ich sehr gerne 10 € in die bereitgestellte Kiste warf und mir eine "By Heart"-CD mit nach Hause nahm.

Auf der Homepage der Jungs könnt Ihr Euch einzelne Songs des Albums gratis herunterladen. Meine Favoriten: "Anytime, anywhere" und "Someone to die for".

Montag, Dezember 18, 2006

Absage

So langsam habe ich das Schreiben von der Schule verdaut, die wie erwartet am Samstag eine Absage geschickt hat. Ein Jammer, aber nicht zu ändern. Da war der ganze Bewerbungsstress also völlig umsonst.

Freitag, Dezember 15, 2006

Flugangst & Rattenphobie?

Wer sowohl unter Flugangst als auch unter einer Rattenphobie leidet, wäre auf diesem Flug "gut aufgehoben" gewesen:

http://www.welt.de/data/2006/12/15/1146889.html

Ein magisches Datum?

Da ich lange keinen Ärger mehr mit irgendwelchen Leuten hatte, dachte ich mir gestern, dass es doch mal wieder an der Zeit sei, die T-Com anzurufen und nach dem aktuellen Stand meiner DSL-Versorgung zu fragen. Meine Hoffnung auf wie immer ahnungslose Callcenter-Mitarbeiter wurde vollends gestillt, bis der vierte Ansprechpartner dann auf einmal ein Datum nannte: der 22. Dezember. Nur konnte oder wollte er keine Auskunft darüber geben, was denn an diesem Datum passiert. Bekomme ich dann meinen DSL-Zugang oder einen Brief, in dem mir mitgeteilt wird, dass mein DSL-Zugang schon am 28.03.2011 bereitgestellt werden kann? Fallen dann die T-Aktien ins Bodenlose? Kommt der Weihnachtsmann früher? Geht gar die Welt unter? Man weiß es nicht... Da hilft nur spannungsvolles Warten.

Glückliche Füße

Manchmal neige ich zu panikartigen Anfällen. Zumindest sieht es für die Außenstehenden mit Sicherheit nach Panik aus, für mich ist das relativ normal und hält mich knackig (naja, nicht wirklich) und jung. Gestern nachmittag gab es wieder so eine Situation.

Seit Wochen wollte ich mit Janek ins Kino, denn für ihn als Pinguin-Fan ist "Happy Feet" natürlich Pflichtprogramm. Da er ab morgen bis Weihnachten zu seinem Papa verreist, musste ich endlich Nägel mit Köpfen machen. Ein Kundentermin war überraschenderweise schon 15:45 Uhr zu Ende, und grobes Kopfrechnen (10 Minuten im Laufschritt bis zum Kindergarten + 8 Minuten zum Kino macht Ankunft am Kino um 16:03; Filmstart 16:00 plus 5 Minuten Werbeluft...) brachte mich zu der Erkenntnis: das ist zu schaffen. Ich flitzte also los. Auf halber Strecke zum Kindergarten fuhr ein Bus an mir vorbei, der mir zwei Minuten Zeitvorteil verschafft hätte, wenn ich denn drin gesessen hätte. 15:53 Ankunft im Kindergarten, Kind zur Eile angetrieben und besorgte Blicke der Erzieherin geerntet angesichts meiner Sklaventreiber-Qualitäten. Eigentlich hatte ich geplant, die Straßenbahn zu schaffen, die uns bis vors Kino bringen könnte, aber die fuhr just in dem Moment an uns vorbei, als sich die Gartentür des Kindergartens hinter uns schloss. Also wieder rennen. Da ich sporttechnisch eine absolute Niete bin und mich der Hinweg schon gänzlicher Lebenskraft beraubt hatte, war Janek schneller als ich und musste dieses Mal mich antreiben. Und wieder fuhr kurze Zeit später ein Bus an uns vorbei.
Punkt 16:05 Uhr saßen wir auf den Kinosesseln und hatten es sogar noch geschafft, uns mit Popcorn und Getränken zu versorgen. So kann sich Panik lohnen...

Der Film war wider Erwarten (die TV Spielfilm hatte keine allzu begeisterte Kritik abgegeben) ziemlich gut und ließ in Janek den Wunsch reifen, ihn bald auch auf DVD zu besitzen. Soll er haben.
Mit uns saßen circa zehn weitere Kinder mit etwa vier Müttern im Kino; Männer waren weit und breit nicht zu sehen. Aber ein Film über steppende Pinguine ist ja auch irgendwie unmännlich, daher kann ich ihr Fernbleiben gut verstehen.
Es gibt im Film eine Szene, in der Mumble Happyfeet, der Hauptheld des Films, zusammen mit anderen Pinguinen auf einer kleinen Eisscholle steht und von Walen bedroht wird. Während dieser Szene sagt einer der Pinguine: "Tja, wer den Wal hat, hat die Qual."
Ich habe mich nicht wieder eingekriegt vor Lachen; nur ein Blick in die ernsten Gesichter der anderen Mütter brachte mich irgendwann wieder zur Raison.

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Meine persönliche Hitliste der traurigsten Songs (Teil 1)

Nun musste ich natürlich darüber nachdenke, welche Songs für mich zu den wirklich traurigsten der Welt gehören. Ganz klar einer meiner Favoriten in dieser Kategorie: "Promise Me" von Beverly Craven.

Der angeblich traurigste Song der Welt

Keine Ahnung, wer genau wo und mit wievielen Kandidaten diesen Test durchgeführt hat. Auf jeden Fall gab es eine wissenschaftliche Untersuchung, bei der herausgefunden wurde, welches der traurigste Song der Welt ist.
Trauriger Sieger ist "Drugs don´t work" von The Verve.

Ehrlich gesagt: ich kenne traurigere Songs. Ich vermute daher, dass die wissenschaftliche Untersuchung in Großbritannien durchgeführt wurde, wo das Lied anscheinend eine Art Hymne nach Prinzessin Dianas Tod war und dort auf Platz 1 der Charts landete. Komisch, dass ich es heute zum allerersten Mal gehört habe.

Dienstag, Dezember 12, 2006

Neuer Blog

Mir war langweilig. Nein, das stimmt nicht wirklich, aber man könnte den Eindruck gewinnen, dass ich tatsächlich zuviel freie Zeit habe. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich einen zweiten Blog angelegt habe? Thema: Nur gute Nachrichten!

Montag, Dezember 11, 2006

Mein Neuer



ENDLICH!
Heute habe ich den Kaufvertrag für mein neues Auto unterschrieben. Das lange Warten hat sich gelohnt, preislich und ausstattungstechnisch. Einzig und allein der Kilometerstand und das Muster der Sitzbezüge sind nicht gerade umwerfend, aber damit kann ich sehr gerne leben.

Und mein alter Skoda wird - wenn nichts mehr dazwischenkommt - am Mittwoch ebenfalls seinem neuen Besitzer übergeben. Dann ist das Thema endlich gegessen...

Samstag, Dezember 09, 2006

Tommys turbulente Tobewelt

Kinderlärm macht mich auf Dauer agressiv. Deswegen habe ich mir extra ein Kind angeschafft, das sehr lieb ist und Mamas Nerven nur selten strapaziert.
Worauf ich aber leider keinen Einfluss habe, ist die Tatsache, dass Janek gerne zu Kindergeburtstagen eingeladen wird. Das ist schön, wenn ich ihn hinbringen, nach Hause gehen und nach drei bis vier Stunden wieder abholen und die völlig gestresste Geburtstagskind-Mama bedauern darf.

Heute fielen mir allerdings keine Ausreden ein, um mich vor meiner eigenen Anwesenheit bei einer Feier zu verdrücken, da die Tochter einer guten Freundin Geburtstag hatte und ich um Hilfe angefleht wurde. Partyort war nicht die eigene Wohnung (sehr clever!), sondern der Traum eines jeden Kindes zwischen 6 Monaten und 10 Jahren: Tommys turbulente Tobewelt. Solcherlei Indoor-Spielplätze sind eigentlich ein Graus für mich, und es fällt mir schwer Eltern zu verstehen, die nahezu jedes Wochenende mit ihren Kindern in solch ein völlig überfülltes turnhallenähnliches Foltergebäude fahren, dessen Lärmpegel einem schon beim Betreten der Halle die Sicherheit gibt, dass man abends mit einem Tinnitus im Bett landet.
Neun Kinder unterschiedlichen Temperaments galt es heute zu beaufsichtigen (so wie es auch die Hausordnung der Tobewelt vorschreibt, die im Falle eines Unfalls jegliche Verantwortung von sich weisen wird). Nun macht das mal... DAS GEHT NICHT! Ungeachtet dessen waren ungelogen mindestens 30 (in Worten: dreißig) verschiedene Geburtstagsfeiern vor Ort im Gange. Soviel zum Werbespruch "Gönnen Sie Ihrem Kind doch mal einen ganz besonderen Geburtstag"...

Nach über drei Stunden war ich fix und fertig, heiser und erstaunt, dass alle Kinder den Nachmittag mehr oder weniger heil überstanden hatten. Eigentlich erschienen die Kinder nur in unserer Nähe, als der Geburtstagskuchen angeschnitten und um kurz nach 17 Uhr die Abendessen-Pommes auf den Tisch gestellt wurden. Ansonsten vertrauten wir einfach unserem Glück, dass unsere neun Flöhe im Sack der etwa zweihundert anderen Flöhe unverletzt wieder auftauchten. Taten sie dann auch... wirklich beinahe unglaublich!

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Es klingelt / Gangsta Rap

Meine Haustürklingel war kaputt. Ich meldete den Schaden bei der Wohnungsgenossenschaft und erhielt von einer netten Dame am Telefon das Versprechen, dass ein Elektriker am nächsten Tag bei mir vorbeischauen würde.
Als ich dann sagte: "Er kann dann aber nicht klingeln", fragte sie: "Wieso?"

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Mein Besucherzähler hat mir verraten, dass jemand bei meinem Blog gelandet ist, weil er bei Google folgendes eingegeben hatte:

blogs türkei gang OR gangsta -reise -urlaub

Aha!

Freitag, Dezember 01, 2006

Nintendo ist wie Fahrradfahren

Unglaublich. Seit mindestens 10 Jahren hatte ich keinen Nintendo-Controller mehr in der Hand, kenne aber noch nahezu jede versteckte Lebensblume und jeden Graben, über den Super Mario springen muss.

Ich bin dann mal wieder weg :o)