Freitag, Oktober 27, 2006

Comic-Talente

Rainald Grebe


In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen verschlägt es mich in den Quatsch Comedy Club im Berliner Friedrichstadtpalast. Es gibt Abende beim sogenannten Club Mix, da gibt es zwar etwas zu lachen, aber nur selten reisst mich wirklich jemand vom Hocker.

Am meisten in sehr sehr sehr positiver Erinnerung geblieben ist mir Rainald Grebe, den ich absolut fantastisch finde. Ein netter Zufall, dass Rainald Grebe den Puppenspieler René Marik zu seinen Vorbildern zählt (zumindest behauptet er das auf seiner Homepage.

Denn diesem wirklich begnadeten und lachmuskelaktivierenden Künstler habe ich letzten Samstag im QCC in mein Herz geschlossen. Ich hatte regelrecht Schmerzen vor Lachen.
Wenn Ihr jemals die Chance habt, René Marik mit seinen Handpuppen Kermit und dem sprachgestörten Maulwurf persönlich zu erleben: nix wie hin!
Das gleiche gilt natürlich auch für Herrn Grebe.

René Marik

Alles hat ein Ende

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Manchmal bringt auch dreimal nachfragen nichts

Gutgelaunt betrat ich heute Nachmittag mit Sohnemann das Pankower Rathaus. Kind braucht einen Reisepass, und als behördenerfahrene Mama habe ich natürlich vorher angerufen und nachgefragt, was ich mitbringen muss. Auf meinem Notizzettel stand dann also:
1 Kind
1 Passbild des Kindes (biometrisch, Frontansicht [beide Ohren sichtbar], keine Seitenansicht, normaler Blick)
1 Personalausweis Mama
1 Vollmacht vom Papa, weil der zuweit weg wohnt, um mitten in der Woche selbst mit zur Behörde zu kommen

Bevor ich eine Nummer zog, fragte ich an der Information noch einmal nach, hätte ja sein können, dass ich doch etwas vergessen habe. Kind, Perso, Passbild, Vollmacht des Vaters.... alles dabei.
Der Nummernautomat teilte mir freundlich mit, dass ich die Nummer 246 gezogen habe und nur noch 39 Personen vor mir warten. Die Dreiviertelstunde Wartezeit ging erstaunlich schnell rum, da Janek in der Spielecke zufälligerweise eine Freundin aus dem Kindergarten entdeckte und somit beschäftigt war.

Als wir dann endlich dran kamen..............
"Das ist kein Passbild, was Sie da haben."
"Wieso nicht, ich habe extra gefragt, was zu beachten ist."
"Ja, aber das Format stimmt nicht. Es ist zu klein." (Toll, da habe ich viel Geld für eine Fotoserie im Kindergarten bezahlt, und nun sind die vermeintlichen Passbilder gar keine richtigen Passbilder).
Mit dem Hinweis, dass gleich nebenan ein Fotograph sei und ich keine neue Nummer ziehen müsste, wenn ich heute noch wiederkomme, wollte mich die Dame des Saales verweisen.
Doch ich bestand darauf, dass sie vorher prüft, ob meine anderen Unterlagen ausreichend seien.
Sie schaute sich die Vollmacht vom Vater an und fragte mich dann, ob ich dessen Personalausweis dabei habe. Aber klar doch; ich trage ständig den Personalausweis meines 600 km entfernt wohnenden Ex-Mannes mit mir herum, noch dazu wo ich ihn nur etwa jedes dritte Wochenende sehe, um ihm seinen Ausweis zurückzugeben.
Ich konnte mich selbst nicht sehen, aber ich bin mir sicher, dass ich recht bedeppert aus der Wäsche geschaut haben muss in diesem Moment.
Nun muss Janeks Vater zu einer Meldebehörde in seiner Nähe und dort die Echtheit seiner Unterschrift bescheinigen lassen. Der wird sich freuen, wenn ich ihm das erzähle. Vor allen Dingen deswegen, weil er nur am Wochenende in der Nähe seiner Meldebehörde ist. Und am Wochenende, tja, da haben die Behörden ja bekanntlich zu.

Ich sehe es ja sogar ein, dass bei Dingen wie einem Reisepass genau kontrolliert wird, ob die Unterschrift des nicht anwesenden Teils auch wirklich korrekt und nicht gefälscht ist.

ABER WARUM HAT MIR DAS KEINER GESAGT, ALS ICH NACHGEFRAGT HABE?!?!?

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Wir in der DDR

Während wir vorhin unsere Eisbecher löffelten, sinnierte Janek über den Namensursprung der Schlagsahne.

Janek: "Das ist ein lustiger Name, Schlagsahne..."*kichert*
Mama: "Weisst du auch, warum die so heisst? Weil Sahne geschlagen wird."
Janek: "Ja, das war bestimmt früher so, bei euch in der DDR".
Diesmal kichere ich.

Ja, wir hatten schon ein schweres Leben in der DDR. Janek hat wirklich lustige Vorstellungen davon, wie ich aufgewachsen bin. Am Samstag waren wir im DDR-Museum, und beim Anblick des dort "ausgestellten" Wohnzimmers und der Einbauküche mit Durchreiche fand Janek, dass wir es doch damals richtig schön hatten.

Dass wir trotzdem unsere Sahne geschlagen haben... unglaublich.

Auswandern

Wenn man den Medien Glauben schenken mag, haben die Deutschen ein neues Hobby: Auswandern.


Weder private noch öffentliche Sender sparen derzeit an Dokumentationen über Auswanderer. Und auch im privaten Kreis kommen inzwischen die Gespräche auf das Auswander-Thema, so wie gestern, als ich mich mit zwei anderen Müttern zum Mittagessen traf. Ehrlich gesagt, war ich über das entsetzt, was ich da hörte: "Irgendwie bleibt einem ja gar nichts anders übrig als Auswandern. Jetzt bauen die hier die ganzen Moscheen, und wenn du nicht aufpasst, bist du hier bald alleine unter Fremden." Damit war ich gemeint. Für alle Nicht-Pankower muss ich an dieser Stelle vielleicht kurz erklären, wodurch diese Moscheen-Phobie entstanden ist. Im friedlichen Heinersdorf (ein dörflich anmutender Teil vom ebenfalls eher provinziellen Berlin-Pankow) soll eine Moschee gebaut werden. Na und? Anscheinend gibt es genügend Argumente gegen den Bau dieser Moschee, weil ein erschreckend hoher Anteil der Bevölkerung sich in baldiger Nachbarschaft mit Terroristen sieht. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll; vielleicht so: Ich finde es zum Kotzen und mache mir ernsthaft Sorgen, weil auch Menschen, mit denen ich an und für sich gut zurecht komme, und deren Intelligenz ich bisher recht hoch eingeschätzt habe, in Panik verfallen. In den Straßen von Pankow hingen eine zeitlang Zettel mit Aufrufen zu Demonstrationen gegen den Bau der Moschee. Ich erspare mir hier Links zu den teils menschenverachtenden Internetseiten, aber wer mehr zum Thema wissen will, muss nur "Pankow Heinersdorf Moschee" bei Google eingeben und wird hoffentlich ähnlich entsetzt sein wie ich.
Vielleicht bin ich ja wirklich blauäugig, weil ich nicht in jedem Türken einen frauengeilen Verbrecher, nicht in jedem Moslem einen Terroristen und nicht in jedem Russen einen Säufer sehe. Vielleicht bin ich ja wirklich irgendwann die einzige deutsche Einwohnerin Pankows.

Umso erstaunlicher ist es eigentlich, dass die wohl von Natur aus auslanderphoben Deutschen so gerne in andere Länder auswandern.
Da ich generell gerne Dokumentationen schaue, sind Auswander-Dokus im Fernsehen natürlich für mich ein Muss.

Da wäre zum einen die nette Arztfamilie, die nach Pajala in Schweden auswandert, nachvollziehbare Gründe dafür hat und sich saugut auf Ihr neues Leben vorbereitet, indem Papa, Mama und die kleine Tochter schon Monate vorher an der Volkshochschule Schwedisch pauken. Finde ich klasse.

Viel mehr Spaß machen mir allerdings die vielen verrückten Geschichten der Leute, die blauäugig auswandern, weil es halt überall besser zu sein scheint als in Deutschland. Da zieht es ein Ehepaar mittleren Alters in das Land ihrer Träume: Paraguay.
Skandinavien, USA, Neuseeland, okay, alles nachvollziehbar, aber PARAGUAY? Besonders witzig ist die Tatsache, dass die beiden noch niemals zuvor in Paraguay waren und nur die netten Bildchen im Internet für ihren Entschluss ausgereicht haben, dorthin auszuwandern. Vorbereitungen? Weit gefehlt. Erste Panne am Flughafen, als sie ihre Oneway-Tickets vorlegen und erfahren, dass sie ohne gültiges Rückflugticket überhaupt nicht mitfliegen dürfen, weil ihnen die Einreise in Paraguay verwehrt bleiben würde. Sie schaffen es trotzdem irgendwie in das Land ihrer Träume und sind zunächst - ach was - schockiert über die Armut, die sie dort vorfinden. Und dann die Frage der "etwas" naiven Auswanderin im Taxi kurz nach der Ankunft: "Und wie heisst hier die Währung?" Entschuldigung, auswandern wollen, aber sich nicht einmal mit den grundlegenden Dingen beschäftigt haben, die in jedem 0815-Paraguay-Reiseführer auf Seite 3 zu finden sind...

Und gerade bei "We are family" (Pro7): eine Bäckersfamilie aus Memmingen, deren Familienoberhäuptin (Papa hat nicht viel zu sagen) so sehr die Schnauze voll hat von Deutschland, dass sie zusammen mit ihrem Mann in die Türkei auswandern will, ohne Rücksicht auf die beiden Söhne zu nehmen.
Grundtenor der Mutter: "Ich habe mich jetzt zwanzig Jahre lang um die Kinder gekümmert, jetzt muss ich endlich auch an mich denken." Im Prinzip ist das ja nachvollziehbar, wenn es denn so stimmen würde. Denn ihre beiden Söhne sind gerade mal 17 und 15 Jahre alt. Der Große macht seinen Lehre in Deutschland zu Ende, er hat noch ein Jahr vor sich. Hierzu ein Zitat der Mutter: "In der Türkei kann er seine Lehre nicht zu Ende machen, weil er die Sprache net mäschtich isch." Und der Kleine soll bei Verwandten oder einer Pflegefamilie(!) bleiben, seinen Schulabschluss in zwei Jahren machen und kann ja dann in die Türkei nachkommen.

Mir blutet jetzt schon das Herz bei dem Gedanken, dass mein kleiner Sohn, der erschreckend schnell groß wird, in 10-15 Jahren alt genug ist, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und das dann sicher auch tun wird. Unvorstellbar, ihn in dem Alter einfach zurückzulassen, während ich in ein fremdes Land auswandere.

Ich könnte mich mit dem Gedanken trösten, dass das trotz "Doku" einfach nur Fernsehen ist, aber auch im wahren Leben begegnen mir immer wieder solche Menschen, über die ich einfach nur den Kopf schütteln kann.

Ich hole jetzt Janek aus dem Kindergarten ab, gehe mit ihm ein Eis essen und genieße mein Leben in Deutschland.

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Kulinarisches

Besagtes Brötchen von gestern durfte ich gestern nachmittag aus Janeks geliehenem Rucksack fischen. Er hatte nicht einen winzigen Happen davon gegessen. Dafür schwamm es in Apfelsaftschorle, da Sohnemann die Flasche nach dem Trinken nicht wieder richtig verschlossen hatte. Na prima, da hat sich der Gang zum Bäcker ja absolut gelohnt.

Mama: "Warum hast du die Flasche denn nicht richtig zugemacht?"
Janek: "Das gang nicht"

Dienstag, Oktober 17, 2006

Frühaufsteher-Rabenmutter

Mein Tagesablauf bringt es mit sich, dass ich morgens länger schlafen kann als viele andere Menschen, nämlich sage und schreibe bis 07:45 Uhr. Dafür gehe ich zwar auch später ins Bett als die meisten anderen Menschen und arbeite oft auch noch bis in den späten Abend, aber das interessiert ja niemanden, der in jedem Menschen, der länger als bis 7 Uhr schlafen kann, einen Sozialschmarotzer und Penner sieht. Ich muss halt nicht morgens um vier Uhr die Kühe melken *ätsch*. Ich könnte sogar noch länger schlafen, aber das geht nicht. Und das auch nur, weil Janek bis um neun im Kindergarten sein muss, wenn ich nicht vorwurfsvolle Blicke der Erzieherinnen oder gar einen vorwurfsvollen Blick meines Kindes riskieren will, der meinetwegen den Morgenkreis verpasst hat.

Schön und gut, das hat sich also alles schön eingepegelt im Laufe der letzten 2 1/2 Jahre, und da grenzt es für mich nahezu an einen Katastrophenzustand, wenn mein Wecker schon eine Stunde früher klingelt. So wie heute. Draußen dämmerte es gerade - zumindest entsprach das meinem Gefühl - und ich öffnete leise die Tür zu Janeks Zimmer um ihn vorsichtig zu wecken. Er öffnete traumhaft verpennt die Augen und brummte: "Es ist ja noch mitten in der Nacht. Das ist gemein." Wirklich gemein war, dass ich selbst "mitten in der Nacht" aufstehen musste, nur weil ER heute schon um kurz vor acht Uhr im Kindergarten sein musste. Die Vorschulkinder unternahmen nämlich einen Ausflug ins Mach-Mit-Museum. Normalerweise hatte ich ihn zu so früher Stunde schnell mit dem Auto in die Kita gebracht. Doch da ich ja zur Zeit kein Auto habe, musste ich mich zu allem Überfluss mit Janek in die ungewohnt volle Straßenbahn stopfen und ihn instruieren, mit seinem Brötchen besonders vorsichtig zu sein, damit er in der engen Bahn niemanden mit Lätta beschmiert.

Ich war unglaublich stolz, dass ich es ohne verwuschelte Haare und dunkle Ringe unter den Augen schaffte, meinen Sohn überpünktlich abzuliefern. Dafür gab es zwar nur das besagte Brötchen auf die Hand, denn Zeit zum ausführlichen Frühstücken blieb nicht. Wie gesagt, war ich unglaublich stolz auf mich, bis im Kindergarten mein Blick auf den Zettel fiel, auf dem unter der frühen Abfahrtszeit auch die Bitte stand, den Kindern doch bitte einen Picknick-Rucksack und Stoppersocken mitzugeben.

Vor lauter Frühaufstehenmüssen hatte ich das total vergessen. Armes Kind. Jetzt musste er bestimmt hungern* und ist ständig auf dem glatten Parkett im Museum ausgerutscht.

P.S. *Ganz so schlimm bin ich dann doch nicht. Ich habe ihm noch schnell beim Bäcker gegenüber der Kita ein lecker belegtes Brötchen und eine Flasche Apfelschorle gekauft. Nur Stoppersocken hatten die dort komischerweise nicht.

Montag, Oktober 16, 2006

Freitag der 13.

Wenn man ein Jahr älter wird, kommt meistens die Frage: Und, wie fühlt man sich mit xxx Jahren? In diesem Jahr fragten mich 80% aller Gratulanten: Und, wie ist es an einem Freitag, dem 13. Geburtstag zu haben?

Nun, irgendwie auch nicht anders.

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Ohne Worte

Still liegen

Warum klingt "stillegen" so viel dramatischer als "abmelden", wenn es um ein Auto geht? Am Montag werde ich mit meinem Skoda die letzte gemeinsame Fahrt zum Autohaus antreten, das ihn (O-Ton) stillegen und an Zwischenhändler in meinem Auftrag weiterverkaufen wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird mein Auto den Weg in Richtung Ukraine antreten, dort sei die Marke wohl noch sehr begehrt. "Wenn er auch noch weiß wäre, wäre der Verkaufspreis vermutlich noch höher. In der Ukraine stehen weiße Autos für Prestige und Reichtum", erklärte mir *mein* Autoverkäufer. Komisch, ich denke bei weißen Autos immer nur an hohe Kosten aufgrund häufiger Waschanlagenbesuche.

Einen neuen Wagen habe ich noch nicht, aber die Suche hat im Prinzip dennoch ein Ende. Ich weiß jetzt was ich will (einen Renault Scenic, am liebsten genauso einen wie ich ihn am Wochenende probefahren durfte) und wo ich mein neues Gefährt kaufen werde. Keine Herumrennerei mehr von Autohändler zu Autohändler zu Autohändler...

Nun muss ich nur noch DAS Angebot abwarten. Natürlich würde ich einen Neuwagen mit Kusshand nehmen, aber wer bezahlt mir den?

Ob ich wohl wenigstens dieses Mal Lotto spielen sollte? 35 Millionen würden mir schon einen gewissen Handlungsspielraum verschaffen, denke ich. Dann darf es auch gerne ein Wagen mit Standheizung sein.