Freitag, Juli 21, 2006

Alles kaputt

Bitte tröstet mich und sagt mir, dass es halt so Jahre gibt, in denen sich der halbe Haushalt gegen einen verschworen hat und ein Ding nach dem anderen kaputt geht oder dringend ausgewechselt werden muss.
Ein Wunder, dass mein Tiefkühlschrank im Keller auch die dritte(!) Überschwemmung heil überstanden hat.
Ich durfte dieses Jahr schon Unsummen ausgeben für die Reparatur meiner Spülmaschine (Jahresbeginn), eine neue Mikrowelle (letzte Woche), die Reparatur meines Autos (gerade in der Werkstatt), eine neue Matratze mit den Maßen 140x200cm (auch nicht gerade billig) und weitere Neu- oder Ersatzanschaffungen wie ein DVB-T-Empfänger für den Fernseher. Mein PC war ebenfalls Anfang des Jahres kaputt, aber wenigstens konnte der noch im Rahmen der Garantie repariert werden.
Seit zwei Wochen hält die kleine Schalterschutzklappe an meiner Ablufthaube in der Küche nicht mehr, und gestern ist mein Fahrradständer kaputt gegangen. Müßig zu erwähnen, dass nun anscheinend auch noch die Therme im Bad einer fachmännischen Untersuchung bedarf. Die kleine Dauerflamme, die sich beim Wunsch nach heißem Wasser in ein loderndes Feuer verwandelt, geht plötzlich ständig aus.
Irgendwann is aber auch mal gut...

Das Unwetter von neulich hatte allerdings nicht nur negative Auswirkungen. Als ich am Morgen danach meinen halben Kellerinhalt zu den Mülltonnen schleppen musste, entdeckte ich ein wunderbares Naturgemälde auf dem Fußweg. Während des Unwetters hatte an dieser Stelle ein Kinderfahrrad gelegen, und der Sturm hat die Umrisse mit Hilfe von umherfliegenden Pollen exakt nachgezeichnet. Ich fand das so erstaunlich, dass ich dieses Meisterwerk für die Nachwelt festhalten musste.



Meine Oma ist übrigens seit Dienstag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Gottseidank war es nichts Schlimmes. Sie wird noch eine Weile an ihrem schlimmen Magen zu knabbern haben, ist jetzt aber wieder meine lustige und liebe Oma, so wie ich sie kenne.

Dienstag, Juli 11, 2006

Nicht nur Zidane sorgte für Turbulenzen

Da haben die Italiener schon unseren Frings ins Abseits befördert, und nun amüsieren sie sich über Zidane - auf recht witzige Art, wie ich finde.

Wenn ich pessimistisch veranlagt wäre, könnte ich sagen: am vergangenen Wochenende kam es ziemlich dicke. Bei dem schweren Unwetter stand mein Keller zweimal einige Zentimeter unter Wasser. Der Abfluss draußen an der hinteren Kellertreppe konnte die Regenmassen nicht aufnehmen. Kaum hatte ich Freitag Abend nach stundenlangem Wegwerfen der nassen Sachen und Wasser-aus-dem-Keller-schrubben einigermaßen Schadensbegrenzung betrieben, durfte ich Samstag Morgen von vorne anfangen. Es hatte die ganze Nacht weitergeregnet, und so trieb es mich recht früh aus dem Bett, um den Keller zu prüfen. Diesmal stand das Wasser sogar bis zur Kellertreppe und fast alle anderen Keller standen ebenfalls unter Wasser. Ich klingelte die Nachbarn aus dem Bett. Weder Feuerwehr noch Rohreinigung hatten Zeit für uns, und somit übte sich die Hausgemeinschaft in gegenseitiger Nachbarschaftshilfe. Man kann wirklich interessante Dinge entdecken, wenn man sich in fremden Kellern umschaut. So zum Beispiel einen Vorrat selbstgemachten Sauerkirschsaftes mit dem Herstellungsdatum 23.07.1988 bei einer Nachbarin.

Für Samstag Nachmittag war Familiengeburtstag angesagt, ich hinkte dank der Überschwemmung mit den Vorbereitungen hinterher, so daß meine Eltern auf dem Weg zu uns sogar noch zu Bäckerei fuhren und Kuchen mitbrachten, weil ich es nicht schaffte, den geplanten Karottenkuchen zu backen. Bis kurz vor Ankunft der übrigen Gäste verbrachten meine Mutter und ich unsere Zeit im Keller, weil ich noch viel mehr wegwerfen musste, als ich ursprünglich überblicken konnte. War aber gar nicht so schlimm, denn ich hatte eh schon länger vor, den Keller mal gründlich zu entmüllen. Allerdings hätte ich mir einen besseren Zeitpunkt und vor allen Dingen ein Aufräumen OHNE nasse Füsse gewünscht.

Meine Oma war ebenfalls angereist, obwohl es ihr aufgrund unerklärlicher Bauchschmerzen sehr schlecht ging. Sie hielt bis nach dem "kleinen Finale" zwischen Deutschland und Portugal (3:1 :o) ) tapfer durch, war dann aber froh, als sie wieder nach Hause fuhren. Am nächsten Morgen um kurz nach sieben rief sie meine Eltern an, weil sie es nicht mehr aushielt und den Notarzt rufen wollte. Meine Eltern brachten sie dann ins Krankenhaus. Inzwischen geht es wieder bergauf mit ihr, es scheint nichts zu sein, was durch entsprechende Medikamente oder im Notfall durch eine OP in Ordnung zu bringen ist. Gottseidank. Allerdings stehen ihr noch ein paar Untersuchungen bevor, ehe endgültige Klarheit herrscht.

Sonntag Abend lag ich dann flach. Vermutlich ist es mir nicht bekommen, solange mit den Füßen im Kellerwasser zu stehen. Heute sind nur noch Halsschmerzen übrig, diese sind allerdings so enorm, dass ich mir selbst Sprechverbot auferlegt habe - und das will was heißen!

Dienstag, Juli 04, 2006

Nu isser fünf

Früher waren Kindergeburtstage ja noch ein Quell für grenzenlose Fröhlichkeit:



Wirklich fröhlich ging es bei uns gestern zu: Janek ist fünf Jahre alt geworden, und ich hatte die Tage zuvor gebetet, dass in diesem Jahr das Wetter schön genug ist, um die Party mit seinen Freunden draußen feiern zu können. Meine Gebete wurden mehr als erhört: strahlender Sonnenschein, 30°C und immmer ein angenehmer Wind, der die Hitze erträglich machte. Letztes Jahr mussten wir in der Wohnung feiern, was für mich alles andere als ein Vergnügen war. Wie vergleichsweise entspannt war der gestrige Nachmittag! Trotzdem: einmal pro Jahr eine Horde von acht Kindern mit unterschiedlichen Charakteren, Wünschen und Macken um mich herum - das genügt vollkommen. Ich bewundere jede Kindergärtnerin, für die ja quasi jeder Arbeitstag ein Kindergeburtstag ist.

Janek hat zum Geburtstag ein neues Bett bekommen. Genauer gesagt: ein Hochbett. Ich habe es am Freitag mit seiner Hilfe aufgebaut (an mancher Stelle war er wirklich eine Hilfe) und dabei die komplette erste Halbzeit gegen Argentinien verpasst. Der Fernseher lief zwar, aber auf ZDF, was natürlich nicht viel brachte. Das Elfmeterschießen ließen wir uns aber nicht entgehen. Wir zappelten und schrien bei jeder Aktion, als läge es allein an unserer Lautstärke, ob es die Deutschen schaffen. Janek war besonders laut. Wie blöd, dass das Spiel heute Abend erst um 21 Uhr beginnt. Dann ist Janek bereits im Bett. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.

Pizza-Boykott?

Folgende Email macht heute die Runde:

Hallo Leute!

Am Dienstag, um 21:00 Uhr sollte ganz Deutschland den netten Bringservice unserer italienischen Restaurants/Pizzabuden nutzen! Also schön zum Spiel Pizza bestellen!!!

Somit haben sie eine kleine Entschädigung für die Niederlage gegen Deutschland und kommen in den Genuss der super Radioübertragungen und brauchen sich Ihr Elend nicht im Ferseh anschauen. Macht alle mit! Rache ist Blutwurst. Kein Frings - kein gemeinsames, italienisches Fernsehgucken!

Schickt die Mail an alle die ihr kennt. Dies ist kein Kettenbrief und es fällt euch kein Blumentopf auf den Kopf falls ihr nicht mitmacht..


Finde ich irgendwie nett. Aber wäre die schönste Rache nicht einfach, wenn Deutschland die Italiener lässig vom Platz jagt und ins Finale einzieht? Fußball kann ja wirklich zu einem Krimi ausarten. Ich wollt´s nie glauben.

Wobei man natürlich differenzieren muss... Vielleicht ist das italienische "Medium", dass die Sperrung von Frings provoziert hat, ja vom Standard her nicht anders als unsere "BILD". Ich wäre bestimmt sauer, wenn ein Italiener mir heute meinen Fernsehabend versauen würde, nur weil die Bild "dafür gesorgt" hat (das ist natürlich reine Fiktion), dass ein Italiener für das Spiel gesperrt wird. Also doch keine Pizza heute Abend.