Freitag, April 21, 2006

Offline Shopping

Ja, in der Tat, es scheint doch tatsächlich noch Leute geben, die (zumindest einen marginalen Teil) ihrer Einkäufe NICHT über das Internet erledigen. Dass es dafür auch einen netten Begriff namens "Offline Shopping" gibt, habe ich aber erst heute beim Quersurfen im Internet erfahren.

Also, ich war am Mittwoch Offline Shopping. In der Eastgate-Mall, dem grössten Einkaufszentrum von ... (keine Ahnung, war es von Berlin, von Deutschland, der Welt?). Jedenfalls ist es im tiefsten Osten Berlins, in Marzahn. Umgeben von Wohnhochhäusern, die zwar inzwischen saniert sind, aber dennoch einen ungemütlichen Charakter ausstrahlen. Mein erster Gedanke: Gott, wie kann man nur in so einem anonymen Ghetto wohnen? Dann fiel mir ein, dass ich selbst in so einem anonymen Ghetto, einer Neubausiedlung in Ostdeutschland, aufgewachsenen bin. Damals hätte ich jeden geschlagen, der es gewagt hätte, die Worte "unpersönlich" und "anonym" im Zusammenhang mit meiner Heimat anzubringen. Denn es war alles, nur nicht unpersönlich und anonym. Komisch, wie sich mein Denken in den letzten Jahren verändert hat. Witzig fand ich auch die Teenies/Jugendlichen/Youngsters (wie nennt man die Jugend von heute denn eigentlich?), die auf der Brücke herumcoolten, die von der S-Bahnstation zum "Eastgate" führt. Das Wort "herumcoolen" kam mir spontan in den Sinn, weil es am besten das trifft, was die da so gemacht haben.

Übrigens kann ich das mit dem Superlativ in Sachen Größe der Eastgate-Mall nicht nachvollziehen. Oder ich war einfach zu blöd, die wahren Ausmaße zu erkennen. Vermutlich habe ich nur ein Viertel der Geschäfte gesehen und bin immer im Kreis gelaufen. Selber Schuld.

Donnerstag, April 20, 2006

Yoga und Müsliriegel


Wellness-Reisen sind ja sowas von In. Um für Kundenanfragen zu Lumi Lumi Massagen, Ayurveda, Pilates und Co. auf dem Laufenden zu bleiben, nahm ich heute an einem Seminar für Reiseverkehrskaufleute zum Thema Wellness teil. Sehr gut gewählt war schon einmal der Ort der Veranstaltung. Im Centrovital, einem Wellnesshotel in Berlin-Spandau. Wie eine Oase fast mitten in der Stadt liegt es ruhig am Spandauer See. Und es ist soooo wellnessig, dass es zum Frühstück vor dem Seminar nur Obstsalat gab und als Snack am Nachmittag Müsliriegel und einen Berg voller Obst. Mich hat es nicht gestört, hatte ich doch wenigstens für einen Tag die Chance, meinem Körper eine absolut gesunde Lebensweise vorzugaukeln. Das Mittagessen war gut, aber/trotzdem auch sehr gesund. Inklusive Blick zum Indoor-Wellness-Bereich.

Das Beste am Seminar aber waren die drei Schnupperstunden in Sachen Progressive Muskelentspannung, Yoga und Pilates. Klingt exotisch. Ist es irgendwie auch. Was Pilates anbelangt, habe ich Blut geleckt. Zwar habe ich es bis zum Ende der Schnupperstunde nicht wirklich geschafft mein Powerhouse angespannt zu halten (wie, ihr versteht nur Bahnhof?). Aber die Verrenkungen haben auf seltsame Art und Weise Spaß gemacht. Da gab es zum Beispiel eine Übung names Rolling Egg. Keine Ahnung, wie blöd wir uns als Anfänger angestellt haben, aber das war eigentlich egal.

Beim Yoga hatte ich (trotz einiger Vorkenntnisse, da ich vor fünf Jahren bereits einen Yoga-Kurs für Schwangere absolviert habe) Schwierigkeiten, mich so richtig auf die Ooooohms und Shanti-Shanti-Mantras einzulassen. Unsere Yoga-Lehrerin war SEHR Yoga, das war aber irgendwie auch ok. Dennoch hatte ich Probleme, ab und an ein Lachen zu unterdrücken. Tiefenentspannung und die Reise zum eigenen Ich sind halt nicht so einfach, wenn draußen im Leben die Autos hupen. Und als wir am Ende der Stunde unseren kompletten Körper inklusive aller inneren Organe entspannt hatten - ich war froh, dass ich vorher noch einmal auf der Toilette war ;-) - stellte ich mir, während ich da mit geschlossenen Augen auf dem Boden lag vor, dass die Yoga-Lehrerin vielleicht gerade vorn saß und Kreuzworträtsel löste. Ich habe mich aber nicht getraut, meine Theorie zu überprüfen. Das hätte sicher mein Shakra gestört.

Dienstag, April 11, 2006

Kindermund II & Worauf warte ich noch?

Janek ist über seine Playmobil-Ritterburg gestolpert. Dabei ist sie mal wieder kaputtgegangen und Mama soll sie reparieren. Da er sich wohl an meine Flüche beim letzten Wiederaufbau erinnert, sagt er ganz verständnisvoll: "Ich lasse dich mal lieber in Ruhe, Mama, damit du dich konzestieren kannst".



Vor unserem Haus gibt es seit 3 Tagen eine Baustelle. Ich kann es immer noch nicht richtig glauben, aber es werden endlich DSL-fähige Glasfaserkabel verlegt. Wer mich kennt, weiß was das für mich bedeutet und kann sich vielleicht vorstellen, wie sehr ich mich jedes Mal freue, wenn ich die Mini-Baustelle sehe. Ich wohne nun schon über zwei Jahre in der Hauptstadt, aber bisher war bei mir in der Gegend DSL nicht möglich. Noch vor ein paar Wochen erhielt ich von der T-Com die erschütternde Auskunft: wohl nicht vor 2008. Und nun soll doch alles so schnell gehen, weil die Telekom sich vorgenommen hat, bis zur Fussball-WM GANZ Berlin mit DSL zu versorgen. Der Zusammenhang zwischen Fussball und DSL erschliesst sich mir nicht wirklich. Ist aber auch egal. In einigen Wochen - auf jeden Fall noch in diesem Jahr - bekomme ich DSL! Dann ist es endlich vorbei mit den teuren Internetrechnung für die langsamere ISDN-Verbindung, über die ich derzeit online gehe. Keine Zeitbegrenzung mehr, Internetradio ohne ständige Unterbrechungen hören, online spielen, in Ruhe online arbeiten, WLAN zum Laptop und vom Sofa aus surfen, so laaaaaaange ich will....

Hoffentlich freue ich mich nicht zu früh.

Dienstag, April 04, 2006

April, April

Vorhin rief mich eine Kundin von Mallorca aus an. Sie saß gerade mit ihrer Familie bei strahlendem Sonnenschein an einer idyllischen Bucht und bat mich per Handy, ihren Urlaub doch noch ein wenig zu verlängern. Nichts lieber als das.

Während ich alles in die Wege leitete, ging draußen vor meinem Berliner Fenster die Welt unter. Gewitter, Hagel, Platzregen, alles dabei. Innerhalb von Minuten sah die Umgebung wieder aus wie vor vier Wochen: verschneit. Apriliger geht es kaum.

Kindermund

Letztes Wochenende war für Janek wieder "Papa-Wochenende". Die beiden waren zusammen im Supermarkt. Janek saß im Einkaufswagen, als dieser an der Kasse wegrollte und Janek rief: "Papa, ich bin rollig!"