Montag, März 27, 2006

Jippieh, es regnet!

Nein, ich bin nicht betrunken. Drogen habe ich auch nicht genommen. Und dennoch freue ich mich wie Bolle über den Bindfadenregen, der zur Zeit Berlin beglückt. Natürlich habe ich mich noch mehr gefreut, als sich am Freitag der Frühling mit strahlendem Sonnenschein meldete.

Hauptsache kein Schnee mehr!

Kaum zu glauben, dass seit meinem Post, der Ende Februar schon Frühlingsgefühle enthielt, noch einmal vier Wochen ins Land gehen mussten, bis es tatsächlich so weit ist.

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Letzte Woche noch ein aufregender Tag, weil ich Janek in Gedanken im Krankenhaus sah. Er hatte ungewöhnlich starke Bauchschmerzen, und ich konnte nur denken: Blinddarm. Beim Kinderarzt wurde ich noch beschimpft, weil ich es wagte, außerhalb der offiziellen Sprechzeit zu erscheinen. Es war zwar geöffnet, aber nur für Eltern mit Babys, die zur Vorsorgeuntersuchung wollten. Eine Mutter mit Baby auf dem Arm meckerte, dass ich wohl nicht wusste, wozu diese exklusiven Termine da seien. Größere Kinder sollten von den kleinen ferngehalten werden, um sie nicht mit irgendetwas anstecken zu können.

So sehr ich auch Verständnis für besorgte Mütter mit einem Baby habe - schliesslich war mein Sohn auch noch nicht immer vier Jahre alt - , so perplex war ich über das Unverständnis von Artzthelferin und Babymama. Mein Gott, ich hatte Angst, dass Janek sofort operiert werden muss und wollte, nein KONNTE nicht noch drei Stunden warten, bis ich offiziell mit einem Vierjährigen in der Praxis auftauchen durfte. Jede Minute Wartezeit könnte lebensgefährlich sein. Außerdem ist eine Blinddarmentzündung nicht ansteckend.

Nach circa einer Stunde Wartezeit gab Janeks wirklich entzückende Kinderärztin Entwarnung. Janek hatte viel Luft im Bauch, die die Schmerzen verursachte, aber nix Blinddarm. Ich hätte sie knutschen können, vor allen Dingen auch, weil sie sehr wohl meine Sorgen verstehen konnte und mit keinem Wort erwähnte, dass ja eigentlich keine Sprechstunde sei. Warum ich mich hinterher sogar noch bei der Artzhelferin für die Aufregung entschuldigte, kann ich selbst gar nicht mehr nachvollziehen. Vermutlich einfach der Gedanke, dass ich ja auch in Zukunft immer wieder mit ihr zu tun haben würde und ein Krieg in einer Kinderarztpraxis wohl nicht unbedingt eine gute Idee sei. Waffenstillstand.

Montag, März 20, 2006

Ein Schlüssel mit Osteoporose

Immer mal wieder was Neues. Mein Wohnungsschlüssel ist kaputt gegangen. Nicht irgendwo, sondern natürlich IM Schloss. Ich stand im Hausflur, die Tür war zu, und ich hielt die kläglichen Überreste meines Schlüssels in der Hand.

Schauergeschichten von Schlüsseldiensten, die viel Theater um eine kleine Türnotöffnung machen und dafür horrende Summen berechnen, gingen mir durch den Kopf. Na, Prost Mahlzeit! Doch ich hatte Glück im Unglück. Erstens hatte ich mein Handtasche inklusive Handy dabei, zweitens hatte ich weder den Herd noch sonstige Küchengeräte an, drittens war heute ein Werktag und viertens rief ich vor 16 Uhr bei dem Schlüsselnotdienst an, den mir freundlicherweise meine Wohnungsgenossenschaft per Handy vermittelt hatte.

Keine halbe Stunde später war der Spuk vorbei. Der Notdienst war schneller erschienen als die sprichwörtliche Feuerwehr, Tür offen, Schloss in Ordnung, das Schlüsselskelett aus seinem Grab befreit, ich musste weder einen neuen Zylinder noch Spätzuschläge bezahlen und kam mit knapp 70 Euro davon. Und habe etwas gelernt: nie wieder ziehe ich die Tür mit dem Schlüssel zu. Das war bisher kaum zu vermeiden gewesen, denn die Tür war ohne grösstmögliche Aufwendung von Brutalität bisher nicht von außen einfach zuzuziehen.

Wenige Tropfen Öl vom Profi haben das Problem aus der Welt geschafft, und ich bin wieder ein bisschen schlauer.

Freitag, März 17, 2006

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit?

Deutschland besteht ja im Prinzip aus zwei Bevölkerungsteilen: die einen lesen die Bild-Zeitung, die anderen nicht.

Beiden sei dieser Link von mir wärmstens ans Herz gelegt. Schade nur, dass ausgerechnet die Bild-Zeitungsleser wohl lieber weiterhin ihrem liebsten Print-Medium Aufmerksamkeit zollen als dieser so interessanten, aufklärenden und wichtigen Seite.
Ich für meinen Teil habe in den letzten Tagen intensiv auf der Internetseite gestöbert. Dass die Bild-Zeitung mitunter ein wenig die Wahrheit neu erfindet, war mir ja bewusst, aber welche Ausmaße das teilweise annimmt... Ach was, lest selbst!

Dienstag, März 14, 2006

Zu Fuss um die ganze Welt


Ich habe eine Weltreise gemacht am vergangenen Wochenende. Zu Fuß.

Okay, okay. Ein wenig geschummelt habe ich schon, aber glaubt mir: auch ein Besuch auf der ITB (Internationale Tourismusbörse) kann für gewaltige Fußschmerzen sorgen. Mein Beruf und diverse Umstände wie der Besuch meiner besten Freundin aus Halle, die ebenfalls Reiseverkehrskauffrau ist, sorgten dafür, dass ich Samstag und Sonntag meine Runden auf der ITB drehte. Samstag war noch ganz in Ordnung, da wir uns als Fachbesucher an diversen Ständen die neueste Software verschiedener Anbieter vorführen lassen und dabei SITZEN konnten. Am Sonntag waren die meisten Anbieter schon in Aufbruchstimmung oder sogar schon abgereist. Eine seltsame, aber dennoch nette Stimmung inmitten von hoffnungsvollen Last-Minute-Give-Away-Abstaubern und Stewardessen mit Zigarette in der Hand (ein schrecklicher Anblick).

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Und hier noch eine gute Nachricht für alle Bierfans

Wunder für Schluckspechte: Bier aus dem Wasserhahn

Oslo - Haldis Gunderson staunte nicht schlecht, als sie in ihrer Küche den Wasserhahn aufdrehte und Bier herauslief. Dabei handelte es sich allerdings nicht um ein Wunder, sondern um ein Versehen der Klempner, wie sich schon bald herausstellte. Denn in dem Lokal im Erdgeschoß des Mehrzweckhauses lief statt dessen Wasser aus den Zapfhähnen. Bei Arbeiten am Wochenende waren die Bierschläuche nicht zu den Fässern am Tresen, sondern an die Wasserleitung zu Gundersons Wohnung angeschlossen worden, wie die 50jährige Norwegerin gestern berichtete.
Quelle: Berliner Morgenpost

Mittwoch, März 08, 2006

Berlin


"Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen wo man geht und steht - aber mir tun alle Menschen leid, die hier nicht leben können!"
[Anneliese Bödecker]

Dienstag, März 07, 2006

Ohrenschmerzen


Zeitschriften zu lesen, die im Wartezimmer eines Arztes herumliegen, scheint doch gefährlicher zu sein, als ich dachte. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich hypochondrische Fähigkeiten an mir entdecke, seitdem ich beim letzten Arztbesuch einen interessanten Bericht über Hypochonder gelesen habe.

Ich gehe extrem selten zum Arzt, aber gerade stehe ich vor der Entscheidung: Selbstversuche mit Zwiebelwickeln oder wieder meinem Arzt auf die Nerven gehen. Mein Virus will einfach nicht verschwinden. Seit letzter Nacht habe ich Schmerzen im linken Ohr. Aber nur beim Schlucken. Der Versuch, einfach das Schlucken zu unterlassen, ist kläglich gescheitert. Außerdem bekommen Janek und ich unseren Husten auch einfach nicht los. Ich befürchte, dass ich ihn immer wieder anstecke, denn zwischendurch war er wieder absolut fit.

Antibiotika als letzter Ausweg? Oder doch endlich Frühling? Letzteres wäre mir bedeutend lieber.

Sonntag, März 05, 2006

Klebekartoffelpuffer und Tandoori-Hähnchen

Spontane Gäste sind doch meistens die besten. Gestern nachmittag rief G. an, ob er uns mit den Kindern besuchen könne. Er versprach, auch etwas zum Abendessen beizusteuern.
Janek war eigentlich zu einem Kindergeburtstag eingeladen, aber wie es der Zufall so wollte, war das Geburtstagskind krank und die Party fiel ins Wasser.

Es war ein wunderbarer Abend. Die Kinder waren ein Herz und eine Seele, haben Janeks Zimmer verwüstet, wie es nur Kinder und ich können, haben sich im Geheimnisse haben geübt und eine Lego-Mauer in meinem Arbeitszimmer errichtet. Die beiden Herren haben meisterlich gekocht, G. hat oberknusprige Puffer aus asiatischen Klebekartoffeln gemacht, mein Freund sein geniales Tandoori-Hähnchen. Obwohl unsere Kinder eigentlich totmüde und total überdreht waren, fiel ihnen der Abschied kurz vor halb zehn sehr schwer. Bitte bald wiederkommen!