Montag, Februar 27, 2006

What a beautiful morning


Was für ein wundervoller Morgen. Nachdem ich meine verklebten Augen (ich habe mir wohl wie befürchtet ebenfalls eine Bindehautentzündung zugezogen) endlich offen habe, strahlt mich die Sonne an. Morgens um halb acht. Ich kann es kaum glauben. Genauso wenig wie gestern nachmittag um kurz nach fünf, als ich mit Erstaunen feststellte: Es ist ja noch hell.

Sollte es tatsächlich wahr sein? Der Winter geht, der Frühling kommt? Zuviel Euphorie ist aber wohl nicht angebracht. Die Scheiben meines Autos brauchten heute morgen trotz Sonnenschein ihre gewohnte Enteisungsbehandlung.

Aber ich blicke optimistisch in die Frühlingszukunft.

Donnerstag, Februar 23, 2006

Ein guter und ein schlechter Virus


Zwei Viren haben mich und meinen vier Jahre alten Sohn befallen. Der erste ist ein blöder Virus, der uns seit Tagen mit diversen Symptomen auf Trab hält: Magen/Darm, Fieber und die ganzen anderen Nettigkeiten, die so dazu gehören. Seit heute ist bei meinem Sohn eine Bindehautentzündung hinzu gekommen und ich habe so starke Halsschmerzen, wie ich sie noch nie in meinem Leben hatte. Der Arzt machte mir nicht viel Hoffnung, dass die Schmerzen in weniger als zwei bis drei Tagen weg sind.

Dafür hat sich heute wieder unser positiver Virus gezeigt. Seit November bin ich bei postcrossing.com angemeldet, einer Plattform, die - grob gesagt - dafür sorgt, dass Postkarten gesendet und empfangen werden, und zwar weltweit. Ich schreibe also zum Beispiel eine Karte an einen Postcrosser in Finnland und bekomme eine Karte von einem dritten User aus Australien. Das Konzept hat mich so überzeugt, dass ich vor einigen Wochen auch meinen Sohn angemeldet habe. Fasziniert suchen wir auf seiner Weltkarte die Länder, in die er Karten schickt und aus denen er welche bekommt. Das Tollste ist, dass sich einige Postcrosser sehr ins Zeug legen, wenn sie lesen, dass mein Sohn erst vier Jahre alt ist. Heute kam ein dicker Brief aus Belgien, in dem Postkarten, Tierfotos und Aufkleber waren. Ich bin begeistert, und Janek auch. Wenn interessiert da schon noch der olle andere Virus? Der wird bald wieder verschwunden sein, unser Postcrossing-Virus aber bestimmt nicht.

Mittwoch, Februar 22, 2006

Ein Körbchen voll Rosen...


...die lieb ich so sehr, doch dich liebe Manuela, noch 1000 Mal mehr. Das hatte mir M. in der dritten Klasse ins Poesiealbum geschrieben und dazu ein Bild eingeklebt, dass fast noch kitschiger war als der Spruch selbst. Er war mein bester Freund seit der zweiten Klasse, und kurz vor Ende des dritten Schuljahres verschwand er mitsamt seiner Familie in den Westen. Er durfte mir nichts von den Ausreiseplänen erzählen und hielt sich auch daran. Seither hatte ich nichts mehr von ihm gehört.

Heute morgen rief meine Mutter an: "Hast du gewusst, dass M. links war?" "Links" oder "andersrum" nennen es meine Eltern, wenn jemand homosexuell ist. Ich glaube, sie sind nach wie vor etwas irritiert, weil zu meinem Freundeskreis auch Schwule und Lesben gehören. Sie sind zwar tolerant und haben mich auch so erzogen, aber allein die Tatsache, dass meine Mutter nicht einfach "schwul" sagte, machte mir mal wieder bewusst, wie fremd "solche Leute" dennoch für sie sind. Doch was mich richtig beunruhigte, war dass sie die Vergangenheitsform in ihrer Frage benutzt hatte. "Nein, Mama, das wusste ich nicht, schließlich haben wir uns mit neun Jahren aus den Augen verloren. Aber wieso "war"? "Er ist tot."

In dem Moment wollten mir sofort die Tränen kommen, doch ich unterdrückte sie mit dem Gedanken, dass ich auch noch nach dem Telefonat weinen konnte. Seltsamerweise ging das dann aber nicht.

Ich glaube, dass niemand ahnt, wie wichtig M. für mich war, und wie oft ich in den letzten Jahren immer noch an ihn gedacht habe. Einmal, ich war zu Besuch in meiner Heimatstadt, meinte ich ihn gesehen zu haben. Er schaute mich auch fragend an, als überlegte er, woher er mich kenne. Der Blickkontakt war zu kurz, um entgültige Klarheit zu bringen. Ich beschloss, mich wieder intensiver auf die Suche nach ihm zu machen, googelte im Internet nach seinem Namen, aber da kamen immer nur Links zu einem anscheinend recht bekannten deutschen Bodybuilder, der zufälligerweise den gleichen Namen trägt.

Ich habe überlegt die Mutter von M. anzurufen, angeblich sei ihre Nummer im Telefonbuch eingetragen. Doch ich weiß nicht, ob ich das wirklich tun soll. Ob sie verstehen würde, warum ich anrufe, warum ich wissen will, was mit ihm passiert ist, wann er gestorben ist und warum?

Sonntag, Februar 19, 2006

Es war einmal mein grösster Traum

Als ich in etwa so alt war wie Anna, wollte ich auch als Au Pair in die USA gehen. Eigentlich zuerst nach Frankreich, doch während die Bewerbung lief, hatte ich es mir anders überlegt und switchte um auf die USA. Im Nachhinein bin ich froh, dass es damals nicht klappte. Sonst wäre mein Leben mit Sicherheit anders verlaufen, und ich bin glücklich so, wie es ist.
Annas Werdegang in der Ferne werde ich jedenfalls mit Spannung und Vergnügen verfolgen.

Anna in Amerika

Samstag, Februar 18, 2006

Ein Film wie ein Verkehrsunfall...


...man kann einfach nicht wegschauen.

Mit "Eine Prinzessin zum Verlieben" hat Sat1 gerade einen Film wiederholt, der so grottenschlecht ist, dass ich nur an eine heimliche Abmachung zwischen Regisseur, Drehbuchautor und Schauspielern glauben kann. Da hat einer gesagt, kommt lasst uns einen Film machen, der so schlecht ist, dass die Zuschauer merken müssen, dass alles nur ein Witz ist.

Das Dumme ist nur: entweder hat es wirklich kaum jemand gemerkt, oder der Film ist wirklich so gemeint.

Isabella von Luxenstein (Muriel Burmeister), Kronprinzessin des gleichnamigen Königreichs soll den trögen Ferdinand heiraten, der natürlich superlangweilig ist und der der lebenshungrigen Dame (das ahnt der aufmerksame Zuschauer von Anfang an) am Ende durch die Lappen gehen wird, weil sie einfach etwas Besseres, die wahre Liebe nämlich, verdient hat. Isabella möchte vor der Hochzeit ihre königlichen Hörner abstoßen und überredet ihre natürlich gestrenge Mutter und ihren natürlich eigentlich sehr verständnis- und liebevollen Vater, ein Praktikum in der Luxensteinischen Botschaft in Berlin zu machen. Inkognito, versteht sich, und ganz natürlich. Der Botschafter - ich glaubte meinen Augen kaum: gespielt vom grauhaarigen Ilja Richter - ist selbstverständlich eingeweiht. Isabella, die ja das reale Leben kennenlernen will, benimmt sich natürlich total daneben, betrinkt sich bis zur Ohnmacht, weil das normale Menschen natürlich so machen. Der Garten der Botschaft ist ein Gräuel, und den soll der alleinerziehende Vater (natürlich)und finanziell minderbemittelte (natürlich) Gärtner Luk auf Vordermann bringen. Dieser hat einen Bruder, der natürlich ständig in seltsame Geschäfte verwickelt ist und wegen dem natürlich ein krimineller Geldeintreiber Luk das Leben schwer macht. Lindenstraßen-Benny Christian Kahrmann spielt diesen natürlich geistig minderbemittelten Mafiatypen mit cooler Sonnenbrille. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, dass Christian sich das Lachen verkneifen muss. Vielleicht hatte er ja eine Wette verloren und musste deswegen in dem Film mitspielen. Anders kann ich mir seine Rolle in diesem Film nicht erklären. Genausowenig Gudrun Landgrebe, die ebenfalls mitspielt. Ach ja, und Luk hat Eltern (natürlich), die mit ihm und seinem Sohn gemeinsam auf einem Hof leben und - jetzt kommts! - beide, also Vater und Mutter - sitzen im Rollstuhl.

Ob Isabella und Luk am Ende ein Happy End erleben? Um Himmels Willen, das wäre ja nun wirklich viel zu vorhersehbar.

Freitag, Februar 17, 2006

Sind Fahrräder romantisch?


Da singt jemand, dass es in Peking neun Millionen Fahrräder gibt, und ich fange an zu heulen, weil ich diese Aussage so romantisch finde.

Bescheuert?

Katie Melua "Nine million bicycles"

Donnerstag, Februar 16, 2006

Neulich in der Zitty




www.zitty.de

Hoppla!

Da bin ich also.

Genau weiß ich eigentlich nicht, was ich hier will. Eine Freundin hat mich neugierig gemacht, und da ich sehr aufgeschlossen bin, was neue Dinge anbelangt, habe ich nun meinen eigenen Blog. Schlimm ist das mit mir und neuen Dingen. Als ich noch so richtig, also handschriftlich, Tagebuch geschrieben habe, waren die letzten Seiten eines Buches immer in besonders kurzen Zeitabständen beschrieben, weil ich endlich das neue, reine Tagebuch beginnen wollte, was schon in der Schublade auf mich wartete. Damals habe ich sogar ständig neue Schulhefte begonnen, obwohl im alten Heft noch genügend freie Seiten waren. Irgendwann verdonnerten mich meine Eltern dazu, die Hefte von meinem Taschengeld zu bezahlen. Gemein fand ich das damals, clever heute.

Keine Ahnung, ob das hier mein erster und gleichzeitiger einziger Eintrag bleiben wird.

Der Sinn meines ganz eigenen Blogs wird sich mir wohl erst später erschließen. Ich werde mich hier weder über ganz private Dinge auslassen können, so wie meinem richtigen Tagebuch, und ich werde wohl bei jedem Wort, das ich hier schreibe, daran denken wer es wohl alles lesen könnte.

Berlin war in den letzten Wochen grösstenteils unter einer Schneedecke verschwunden. Heute, endlich, konnte ich das Fahrrad aus dem Keller holen und meinen Sohn damit aus dem Kindergarten abholen. In den letzten Wochen war fast nur mit dem Auto unterwegs. Bequem, aber saugefährlich für mein Wohlbefinden. Am letzten Wochenende war ich mit Freund und Kind auf Kurzurlaub an der See und habe mich im Hotel dummerweise auf eine Waage gestellt. Schockiert ist gar kein Ausdruck!

Ich will Frühling, Fahrradwetter, nicht ständig frieren und Süßigkeiten gegen die Kälte futtern müssen! Das Vogelgezwitscher heute vormittag vorm Fenster meines Arbeitszimmers war - trotz Regen - schon mal ein guter Anfang.