Mittwoch, Dezember 27, 2006

Energie

Wenn man in einer unsanierten Wohnung in Ostberlin lebt, muss man sich mit einigen Widrigkeiten abfinden, die aber auf der anderen Seite mitunter genau den Charme ausmachen, den ich an der Stadt so liebe. Gut, Kohleofen wie einige meiner Nachbarn - das muss ich nicht mehr haben und es wäre für mich ein No-Go-Kriterium für meine Wohnung gewesen.

Dummerweise bin ich verwöhnte Göre aber hier eingezogen, ohne auch nur auf eins meiner technischen Geräte verzichten zu wollen. Wenn ich nun also - was öfter vorkommt - Waschmaschine, E-Herd, PC und Radio parallel in Betrieb habe und es dann noch wage, den Staubsauger einzuschalten, stehe ich kurze Zeit später mit 80%iger Wahrscheinlichkeit im Dunkeln, weil mal wieder die Sicherung rausgeflogen ist. Mehrmals rief ich bei der Wohnungsgenossenschaft an, die mir dann entweder einen Elektriker oder den Hausmeister schickten. Bei den Elektrikern gibt es zwei verschiedene Sorten. Typ A schaut kopfschüttelnd in den Hauptsicherungskasten im Treppenhaus und moniert, dass die gesamten Leitungen dringend erneuert werden müssten. Aber er wisse ja, wie das ist mit den Wohnungsgenossenschaften, die haben ja alle kein Geld. Typ B hingegen hält mir eine Predigt über mein Stromverbrauchverhalten, das meiner Ansicht nach allerdings nicht wirklich viel extremer ist als das anderer Menschen.

Heute morgen hingegen war irgendetwas anders, als um 09:18 der Strom ausfiel. Abgesehen von Stand-By-Geräten wie Fernseher, Videorekorder usw. hatte ich lediglich eine kleine Lampe im Schlafzimmer angeschaltet, weil ich die Langschlafphase von Janek ausnutzen und gemütlich lesen wollte. Dieses Mal war der Stromausfall nicht meine Schuld, wie sich kurze Zeit später herausstellte. Das halbe Viertel schien es erwischt zu haben. Die sonst eifrig blinkenden Schneemänner und Weihnachtsbäume in den Fenstern der Nachbarn schauten finster drein, und bald hatte sich die halbe Hausgemeinschaft im Treppenhaus versammelt, um Erfahrungsaustausch zu betreiben. Wie es der Zufall wollte, waren drei von vier Handyakkus leer (auch meiner), so dass man nicht mal so einfach herumtelefonieren konnte. Das Blödeste an diesem Stromausfall war die Tatsache, dass alle Wohnungen per Gasetagenheizungen beheizt werden, die topmodern über einen Temperaturfühler arbeiten. Das ist an und für sich phänomenal, aber nur solange es Strom gibt. So wurde es also auch noch fühlbar kälter in der Wohnung.

Nach anderthalb Stunden stieg mein Nachbar Andi (ostdeutsch ausgesprochen: Ändi) wildentschlossen die Treppen wieder nach oben, um von seinem Handy aus (Nr. 4 mit dem geladenen Akku) beim Stromversorger Vattenfall anzurufen. Er konnte noch nicht die Nummer gewählt haben, da war der Spuk plötzlich vorbei. Ich rief lachend "Danke, Andi!" nach oben und schnappte mir Janek, um auswärts in einem warmen Cafe frühstücken zu können.

Wir kehrten mit einem neuen elektrischen Gerät nach Hause zurück, und ich war mir fast sicher, dass der Sicherungskasten beim Anblick des Kartons aufstönte und dachte: Die wird es wohl nie lernen.
Dafür besitzt Janek jetzt eine elektrische Zahnbürste, die nach jeweils einer Minute Putzzeit eine von 16 möglichen Melodien spielt. Und so etwas Tolles sollte ich meinem Kind vorenthalten?

Samstag, Dezember 23, 2006

Weihnachtsbacken

Man nehme:
1 Tasse Wasser
1 Tasse Zucker
¼ kg Butter
1 Tasse braunen Zucker
4 große Eier
2 Tassen getrockneter Früchte
1 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Salz
1 Hand voll Nüsse
1 Zitrone
1 L Whiskey

Zubereitung:

Zunächst kosten Sie den Whiskey und überprüfen so seine Qualität. Nehmen Sie dann eine große Rührschüssel zur Hand.

Währenddessen probieren Sie nochmals den Whiskey und überzeugen sich davon, daß er wirklich von bester Qualität ist. Gießen Sie dazu eine Tasse randvoll und trinken diese aus. Wiederholen Sie diesen Vorgang.

Schalten Sie den Mixer an und schlagen Sie in der Rührschüssel die Butter Flaumig weich. Fügen Sie einen Löffel voll Zucker hinzu.Überprüfen Sie, ob der Whiskey noch in Ordnung ist. Probieren Sie dazu nochmals eine Tasse voll.

Mixen Sie den Schalter aus ! Brechen Sie 2 Eier aus und zwar in die Schüssel. Haun Sie die schrumpeligen Früchtchen mit rein. Malten Sie den Schixer an.Wenn das blöde Obst im Trixer stecken bleibt, lösen’s des mit ‘neu Traubenschier. Überrpüfen Sie den Whiskey auf seine Konsisssstennzzzzzzzz……

Jetzt schmeißen Sie die Zitrone in den Hixer und drücken Ihre Nüsse aus.Fügen Sie eine Tasse hinzu.
Zucker, alles.Was auch immer….
Fetten Sie den Ofen ein.Drehen Sie ihn um 350 Grad.
Schlagen Sie auf den Mixer, bis er ausgeht.Werfen Sie die Rührschüssel aus dem Fenster und überprüfen Sie den Geschmack des Übrigen, abgestandenen Whiskeys.

Gehen Sie ins Bett und pfeifen auf den Kuchen!

Frohe Weihnachten !!

Freitag, Dezember 22, 2006

Wie man sich Wahrheiten zurechtbiegt

Seit gestern...

...steht mein neues Auto endlich vor meiner Tür. Ich habe ihm sogar "Gute Nacht" gesagt. Auweia!

Dienstag, Dezember 19, 2006

By Heart

In ziemlich melancholischer Stimmung (erst die Absage von der Schule, und dann musste ich mich auch noch für neun Tage von meinem Kleinen verabschieden) stieg ich am Samstag spontan am Alex aus der S-Bahn, um einen Bummel über den Weihnachtsmarkt zu machen. Doch soweit kam ich gar nicht. Zwischen dem S-Bahnhof und dem Weihnachtsmarkt gab es einen Menschenauflauf, der mich zum Anhalten zwang. Der Grund: "By Heart". Ich hatte noch nie zuvor etwas von dieser Band gehört, aber so ging es wohl nahezu allen Zuhörern. Die Band kommt aus Schweden und ist vor zwei Monaten nach Berlin gezogen "to become Rockstars". Ich war auf Anhieb hin und weg. Während neben mir zwei Damen diskutierten, ob die Band eine Mischung aus REM und Coldplay ist, war ich tief berührt. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie sehr ich diese Stadt liebe, die seit drei Jahren mein Zuhause ist. Mit einem Kloß im Hals träumte ich den Fernsehturm an, lauschte der Musik und war froh und traurig zugleich. Versteht sich von selbst, dass ich sehr gerne 10 € in die bereitgestellte Kiste warf und mir eine "By Heart"-CD mit nach Hause nahm.

Auf der Homepage der Jungs könnt Ihr Euch einzelne Songs des Albums gratis herunterladen. Meine Favoriten: "Anytime, anywhere" und "Someone to die for".

Montag, Dezember 18, 2006

Absage

So langsam habe ich das Schreiben von der Schule verdaut, die wie erwartet am Samstag eine Absage geschickt hat. Ein Jammer, aber nicht zu ändern. Da war der ganze Bewerbungsstress also völlig umsonst.

Freitag, Dezember 15, 2006

Flugangst & Rattenphobie?

Wer sowohl unter Flugangst als auch unter einer Rattenphobie leidet, wäre auf diesem Flug "gut aufgehoben" gewesen:

http://www.welt.de/data/2006/12/15/1146889.html

Ein magisches Datum?

Da ich lange keinen Ärger mehr mit irgendwelchen Leuten hatte, dachte ich mir gestern, dass es doch mal wieder an der Zeit sei, die T-Com anzurufen und nach dem aktuellen Stand meiner DSL-Versorgung zu fragen. Meine Hoffnung auf wie immer ahnungslose Callcenter-Mitarbeiter wurde vollends gestillt, bis der vierte Ansprechpartner dann auf einmal ein Datum nannte: der 22. Dezember. Nur konnte oder wollte er keine Auskunft darüber geben, was denn an diesem Datum passiert. Bekomme ich dann meinen DSL-Zugang oder einen Brief, in dem mir mitgeteilt wird, dass mein DSL-Zugang schon am 28.03.2011 bereitgestellt werden kann? Fallen dann die T-Aktien ins Bodenlose? Kommt der Weihnachtsmann früher? Geht gar die Welt unter? Man weiß es nicht... Da hilft nur spannungsvolles Warten.

Glückliche Füße

Manchmal neige ich zu panikartigen Anfällen. Zumindest sieht es für die Außenstehenden mit Sicherheit nach Panik aus, für mich ist das relativ normal und hält mich knackig (naja, nicht wirklich) und jung. Gestern nachmittag gab es wieder so eine Situation.

Seit Wochen wollte ich mit Janek ins Kino, denn für ihn als Pinguin-Fan ist "Happy Feet" natürlich Pflichtprogramm. Da er ab morgen bis Weihnachten zu seinem Papa verreist, musste ich endlich Nägel mit Köpfen machen. Ein Kundentermin war überraschenderweise schon 15:45 Uhr zu Ende, und grobes Kopfrechnen (10 Minuten im Laufschritt bis zum Kindergarten + 8 Minuten zum Kino macht Ankunft am Kino um 16:03; Filmstart 16:00 plus 5 Minuten Werbeluft...) brachte mich zu der Erkenntnis: das ist zu schaffen. Ich flitzte also los. Auf halber Strecke zum Kindergarten fuhr ein Bus an mir vorbei, der mir zwei Minuten Zeitvorteil verschafft hätte, wenn ich denn drin gesessen hätte. 15:53 Ankunft im Kindergarten, Kind zur Eile angetrieben und besorgte Blicke der Erzieherin geerntet angesichts meiner Sklaventreiber-Qualitäten. Eigentlich hatte ich geplant, die Straßenbahn zu schaffen, die uns bis vors Kino bringen könnte, aber die fuhr just in dem Moment an uns vorbei, als sich die Gartentür des Kindergartens hinter uns schloss. Also wieder rennen. Da ich sporttechnisch eine absolute Niete bin und mich der Hinweg schon gänzlicher Lebenskraft beraubt hatte, war Janek schneller als ich und musste dieses Mal mich antreiben. Und wieder fuhr kurze Zeit später ein Bus an uns vorbei.
Punkt 16:05 Uhr saßen wir auf den Kinosesseln und hatten es sogar noch geschafft, uns mit Popcorn und Getränken zu versorgen. So kann sich Panik lohnen...

Der Film war wider Erwarten (die TV Spielfilm hatte keine allzu begeisterte Kritik abgegeben) ziemlich gut und ließ in Janek den Wunsch reifen, ihn bald auch auf DVD zu besitzen. Soll er haben.
Mit uns saßen circa zehn weitere Kinder mit etwa vier Müttern im Kino; Männer waren weit und breit nicht zu sehen. Aber ein Film über steppende Pinguine ist ja auch irgendwie unmännlich, daher kann ich ihr Fernbleiben gut verstehen.
Es gibt im Film eine Szene, in der Mumble Happyfeet, der Hauptheld des Films, zusammen mit anderen Pinguinen auf einer kleinen Eisscholle steht und von Walen bedroht wird. Während dieser Szene sagt einer der Pinguine: "Tja, wer den Wal hat, hat die Qual."
Ich habe mich nicht wieder eingekriegt vor Lachen; nur ein Blick in die ernsten Gesichter der anderen Mütter brachte mich irgendwann wieder zur Raison.

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Meine persönliche Hitliste der traurigsten Songs (Teil 1)

Nun musste ich natürlich darüber nachdenke, welche Songs für mich zu den wirklich traurigsten der Welt gehören. Ganz klar einer meiner Favoriten in dieser Kategorie: "Promise Me" von Beverly Craven.

Der angeblich traurigste Song der Welt

Keine Ahnung, wer genau wo und mit wievielen Kandidaten diesen Test durchgeführt hat. Auf jeden Fall gab es eine wissenschaftliche Untersuchung, bei der herausgefunden wurde, welches der traurigste Song der Welt ist.
Trauriger Sieger ist "Drugs don´t work" von The Verve.

Ehrlich gesagt: ich kenne traurigere Songs. Ich vermute daher, dass die wissenschaftliche Untersuchung in Großbritannien durchgeführt wurde, wo das Lied anscheinend eine Art Hymne nach Prinzessin Dianas Tod war und dort auf Platz 1 der Charts landete. Komisch, dass ich es heute zum allerersten Mal gehört habe.

Dienstag, Dezember 12, 2006

Neuer Blog

Mir war langweilig. Nein, das stimmt nicht wirklich, aber man könnte den Eindruck gewinnen, dass ich tatsächlich zuviel freie Zeit habe. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich einen zweiten Blog angelegt habe? Thema: Nur gute Nachrichten!

Montag, Dezember 11, 2006

Mein Neuer



ENDLICH!
Heute habe ich den Kaufvertrag für mein neues Auto unterschrieben. Das lange Warten hat sich gelohnt, preislich und ausstattungstechnisch. Einzig und allein der Kilometerstand und das Muster der Sitzbezüge sind nicht gerade umwerfend, aber damit kann ich sehr gerne leben.

Und mein alter Skoda wird - wenn nichts mehr dazwischenkommt - am Mittwoch ebenfalls seinem neuen Besitzer übergeben. Dann ist das Thema endlich gegessen...

Samstag, Dezember 09, 2006

Tommys turbulente Tobewelt

Kinderlärm macht mich auf Dauer agressiv. Deswegen habe ich mir extra ein Kind angeschafft, das sehr lieb ist und Mamas Nerven nur selten strapaziert.
Worauf ich aber leider keinen Einfluss habe, ist die Tatsache, dass Janek gerne zu Kindergeburtstagen eingeladen wird. Das ist schön, wenn ich ihn hinbringen, nach Hause gehen und nach drei bis vier Stunden wieder abholen und die völlig gestresste Geburtstagskind-Mama bedauern darf.

Heute fielen mir allerdings keine Ausreden ein, um mich vor meiner eigenen Anwesenheit bei einer Feier zu verdrücken, da die Tochter einer guten Freundin Geburtstag hatte und ich um Hilfe angefleht wurde. Partyort war nicht die eigene Wohnung (sehr clever!), sondern der Traum eines jeden Kindes zwischen 6 Monaten und 10 Jahren: Tommys turbulente Tobewelt. Solcherlei Indoor-Spielplätze sind eigentlich ein Graus für mich, und es fällt mir schwer Eltern zu verstehen, die nahezu jedes Wochenende mit ihren Kindern in solch ein völlig überfülltes turnhallenähnliches Foltergebäude fahren, dessen Lärmpegel einem schon beim Betreten der Halle die Sicherheit gibt, dass man abends mit einem Tinnitus im Bett landet.
Neun Kinder unterschiedlichen Temperaments galt es heute zu beaufsichtigen (so wie es auch die Hausordnung der Tobewelt vorschreibt, die im Falle eines Unfalls jegliche Verantwortung von sich weisen wird). Nun macht das mal... DAS GEHT NICHT! Ungeachtet dessen waren ungelogen mindestens 30 (in Worten: dreißig) verschiedene Geburtstagsfeiern vor Ort im Gange. Soviel zum Werbespruch "Gönnen Sie Ihrem Kind doch mal einen ganz besonderen Geburtstag"...

Nach über drei Stunden war ich fix und fertig, heiser und erstaunt, dass alle Kinder den Nachmittag mehr oder weniger heil überstanden hatten. Eigentlich erschienen die Kinder nur in unserer Nähe, als der Geburtstagskuchen angeschnitten und um kurz nach 17 Uhr die Abendessen-Pommes auf den Tisch gestellt wurden. Ansonsten vertrauten wir einfach unserem Glück, dass unsere neun Flöhe im Sack der etwa zweihundert anderen Flöhe unverletzt wieder auftauchten. Taten sie dann auch... wirklich beinahe unglaublich!

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Es klingelt / Gangsta Rap

Meine Haustürklingel war kaputt. Ich meldete den Schaden bei der Wohnungsgenossenschaft und erhielt von einer netten Dame am Telefon das Versprechen, dass ein Elektriker am nächsten Tag bei mir vorbeischauen würde.
Als ich dann sagte: "Er kann dann aber nicht klingeln", fragte sie: "Wieso?"

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Mein Besucherzähler hat mir verraten, dass jemand bei meinem Blog gelandet ist, weil er bei Google folgendes eingegeben hatte:

blogs türkei gang OR gangsta -reise -urlaub

Aha!

Freitag, Dezember 01, 2006

Nintendo ist wie Fahrradfahren

Unglaublich. Seit mindestens 10 Jahren hatte ich keinen Nintendo-Controller mehr in der Hand, kenne aber noch nahezu jede versteckte Lebensblume und jeden Graben, über den Super Mario springen muss.

Ich bin dann mal wieder weg :o)

Mittwoch, November 29, 2006

Bitter Sweet Symphony

Und weil es gerade so viel Spaß macht, Youtube.com nach netten Videos zu durchforsten: einer der Songs, die mich seit Jahren nicht loslassen.

Ich gestehe

Gäbe es Mandy nicht, die diesjährige Popstars-Staffel hätte mich einen Feuchten interessiert. Aber da es sie nun einmal gibt und sie es sogar in die neue Band namens "Monrose" geschafft hat, habe ich einen neuen Ohrwurm ("Shame").

So, und jetzt dürft ihr lästern!

Regenwurm

Dienstag, November 28, 2006

*But tonight you belong to me*

...wollte ich am Samstag gerne singen, als ich es endlich geschafft hatte, eine Nintendo Konsole bei Ebay zu ersteigern, die meinen (insbesondere Preis-)Vorstellungen entsprach. Dummerweise fiel mir aber in diesem Moment das Lied aus meiner geliebten Ebay-Werbung nicht mehr ein.

Besonders aufregend war die Tatsache, dass ich über einen analogen Modem-Anschluss per Laptop mitbieten musste, weil ich fernab der Berliner (Neu)Heimat in meiner halleschen Altheimat im Wohnzimmer meiner Eltern auf dem Fußboden lag und über das kurze Modemkabel fluchte. Hat aber - etwa beim 10. Versuch- dann endlich geklappt.

Jetzt freue ich mich wie blöd auf das Paket, was hoffentlich in den nächsten Tagen bei mir ankommen wird. Ich hoffe nur, dass es immer noch so viel Spaß machen wird Nintendo zu spielen wie damals vor nunmehr fast 20 Jahren! Kinder, wie die Zeit vergeht...


Mittwoch, November 22, 2006

Zahnweh

Armer Janek - musste gestern schon wieder auf dem Zahnarztstuhl tapfer sein. So langsam komme ich mir selbst unglaubwürdig vor. Da predigt man seinem Kind vom ersten Zähnchen an, dass es seine Zähne immer ordentlich putzen muss, hält sich mit Süßigkeiten und süßen Getränken zurück - und dann ist da doch wieder ein Loch im Zahn. Ich wundere mich, warum Janek mir überhaupt noch glaubt.

In Sachen Auto gibt es immer noch keine Neuigkeiten. Naja, so langsam gewöhne ich mich an ein Leben ohne fahrbaren Untersatz. Mein Konto atmet spürbar auf - immerhin ein Vorteil.

Mein aktueller Ohrwurm
Scissor Sisters "I don´t feel like dancin´"

Ich lese zur Zeit...
Martin Walser "Ehen in Philippsburg"

Meine aktuelle Macke ...
(1)Ich versuche seit Tagen, günstig eine alte Nintendo NES-Konsole bei Ebay zu ersteigern. Als ob ich sonst nichts zu tun hätte, als pixelige, total aus der Mode gekommene Videogames wie "Super Mario Bros." zu spielen.
(2) Seit in der letzten Woche im Haus gegenüber eingebrochen wurde, schließe ich nachts die Wohnungstür ab und lege zusätzlich zwei Türketten vor (diese existierten schon bei meinem Einzug vor drei Jahren, wurden bis dato aber immer stiefmütterlich von mir behandelt)

Mein Gesundheitszustand...
Schal um den Hals auch in geschlossenen Räumen und Dauerniesen

Was mich ärgert...
(1) Dass "Deutschland - ein Sommermärchen" erst am 8. Februar auf DVD erscheint, aber schon am 6. Dezember im TV läuft. Dabei war die Geburtstagsgeschenk-Idee für meinen Vater (*9.12.) so toll!
(2) Dass der umwerfende Blog meines Liebsten so selten gelesen und kommentiert wird.

Donnerstag, November 16, 2006

Aufgeregt

Ich bin fix und fertig. Mein letztes Bewerbungsgespräch liegt etwa acht Jahre zurück, und ich hatte gehofft, dass ich dank meiner Selbstständigkeit nie wieder so etwas über mich ergehen lassen muss.

Aber da hatte ich die Rechnung ohne meinen Sohn gemacht. Bin ja selber schuld, warum möchte ich ihn auch so gerne in eine andere Schule schicken als diejenige, der er adressenmäßig zugeordnet ist? Heute war also der große Tag, an dem ich einer "Jury" von drei Personen klar machen sollte, warum sie meinen Sohn ganz unbedingt an ihrer Schule aufnehmen sollen. Hätte ich Janek dabei gehabt, wäre es sicherlich leichter gewesen, aber die Elterngespräche finden ausdrücklich ohne Kinder statt.

Herrjeh, was war ich aufgeregt! Bestimmt habe ich alles versaut, zuviel geredet, bin mit meinem Engagement übers Ziel hinausgeschossen. Vielleicht war es aber auch genau das, was die drei Entscheidungsträger hören wollten.
Leider sagte am Ende keiner in "Popstars"-Manier: Du bist weiter.
Vier weitere Wochen Bangen und Warten muss ich aushalten, bis dann endlich der Brief mit der Absage (was denn sonst?) bei mir eintrudeln wird.

Dienstag, November 14, 2006

Kochtipps

Milchreis schmeckt hervorragend, wenn man ihn kurz vor dem Verzehr durch ein saftiges Steak ersetzt.
Weitere mehr oder weniger hilfreiche Haushaltstipps wie diesen gibt es hier. Ganz Hartgesottene können sich den Milchreis-Tipp wahlweise tätowieren lassen oder (unter Umständen schmerzfreier) als T-Shirt im Frag-Mutti-Fanshop kaufen.

Dienstag, November 07, 2006

Wunschzettel

Janek hat gestern seinen Wunschzettel für Weihnachten gemalt und sinniert: "Eigentlich brauche ich ja nur eine Sache aufmalen: eine Fernbedienung".

Ich grübelte darüber nach, wofür er eine Fernbedienung braucht, kam nicht drauf und fragte ihn.

"Na, für die elektrische Eisenbahn, Mama!"

Cleveres Kerlchen. Eine elektrische Eisenbahn hat er nämlich noch gar nicht, und die soll der Weihnachtsmann dann einfach mitschenken.

Mal sehen, ob ich seinen Wunsch erfüllen kann, ohne das es in seinem kleinen Zimmer zu noch gravierenderen Platzproblemen kommt. Wird sicher schwierig.

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Apropos Weihnachten -

Wieder einmal wird in der Nähe unseres Hauses im Auftrag der Telekom gebuddelt. Der Techniker musste natürlich wieder dran glauben und wurde von mir mit Fragen gelöchert, die er aber sehr nett und bereitwillig beantwortete. Fazit: "Wenn Sie Glück haben, dann haben Sie Weihnachten DSL".
Meinen bösen Brief mit der Schadensersatzforderung hat die T-Com übrigens mit einem lapidaren Verfügbarkeitscheck beantwortet. Wollen die mich vera.....?

Im Makro-Markt hätte es meinetwegen letztens fast eine Prügelei gegeben. Während mir der O2-Mann das DSL-Preisgefüge von O2 erklärte, trat sein T-Com-Kollege mitten im Gespräch hinter ihn, tippte auf einen T-Com-Prospekt und wies darauf hin, dass es bei der T-Com günstiger wäre. Wow, lag da eine herrliche Spannung in der Luft. Ich bin sicher, dass der O2-Verkäufer sich höllisch zusammenreißen musste, um angesichts dieser Unverschämtheit nicht auszuflippen.

Freitag, November 03, 2006

Geht doch

Bewaffnet mit dem Reisepass von Janeks Vater (den hatte er mir extra per Einschreiben geschickt) und neuen, den biometrischen Ansprüchen genügenden Passbildern meines Sohnes, wagte ich gestern erneut den Gang ins Pankower Rathaus.

Im Wartebereich durfte ich wieder ein Phänomen beobachten, dass mir schon beim letzten Besuch Kopfzerbrechen bereitete. In dem Moment, in dem ich, mit einem soeben frisch gezogenen Wartenummernzettel ausgestattet, den Wartesaal betrat, saßen eine Menge Leute darin. Laut meinem Zettel ("vor Ihnen warten noch 035 Personen") mussten all diese Leute ja vor mir dran sein. Es waren natürlich mehr als 35 Personen, da die wenigsten allein gekommen sind, sondern eine Begleitung zu Überbrückung der Wartezeit mitgeschleppt haben. Also schätzen wir mal, dass etwa 50 Personen innerhalb der nächsten halben bis dreiviertel Stunde den Raum verlassen müssten.
Das Komische ist nun, dass ich jedes Mal, wenn meine Nummer auf dem Display angezeigt wird, das Gefühl habe, dass immer noch die gleichen Leute im Saal sitzen. Das ist schon seltsam.

Aber ich schweife ab...
Eigentlich wollte ich ja nur begeistert berichten, dass es auch sehr nette Mitarbeiter in derlei Behörden gibt. So empfing uns gestern Abend lächelnd eine noch recht junge Frau, die sich - nachdem ich ihr mein Leid vom letzten Mal geklagt hatte - bei mir entschuldigte, obwohl sie ja nicht diejenige gewesen war, die mir das Leben so schwer gemacht hatte.
Ratzfatz, sehr nett und sehr kulant wickelte sie mein Anliegen ab, führte nebenbei noch ein Schwätzchen mit Janek und sorgte für eine angenehme Atmosphäre. Nur zehn Minuten später hielt Janek stolz seinen Kinderreisepass in den Händen.

Und wieder einmal war bewiesen, dass es auf Behörden sehr wohl darauf ankommt, an wen man mit seinem Anliegen gerät.

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Ein weiteres Thema beschäftigt mich derzeit. Janek wird nächstes Jahr eingeschult, und auf der Suche nach einer guten Alternative zu der ihm eigentlich zugewiesenen Grundschule bin ich fündig geworden. Das ist an und für sich fantastisch. Der Haken ist, dass pro Jahrgang nur 48 Schüler aufgenommen werden. Laut einer Insiderinformation gibt es aber über 700 Interessenten für das nächste Schuljahr, und dass obwohl die Schule Schulgeld verlangt.

Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass Janek auf diese Schule gehen darf. Viel Hoffnung habe ich aber nicht. Am 16. November habe ich einen Termin zu einem Gespräch an dieser Schule. Das ist quasi so etwas wie ein Vorstellungsgespräch, und ich bin jetzt schon fürchterlich nervös, weil ich weiß, wieviel von diesem Termin abhängt. Wenn trotz so vieler Anmeldungen noch Gespräche geführt werden, vielleicht klappt es ja doch? Aber was muss ich tun, um die "Jury" davon zu überzeugen, dass sie Janek unbedingt aufnehmen sollen?

Mittwoch, November 01, 2006

Kettensägenmassaker

Vorgestern Nacht hatte ich einen mehr als seltsamen Traum. Ich besuchte meine alte Schulfreundin Antje K., die ich das letzte Mal gesehen habe, als wir etwa 14 Jahre alt waren und sie mit ihren Eltern in den Westen zogen. Einmal kam noch ein Brief von ihr aus Sindelfingen, aber seitdem hatten wir keinen Kontakt mehr.
In meinem Traum besuchte ich sie also (in Sindelfingen?); an Details kann ich mich nicht mehr erinnern. Soweit war alles ok. Ich sah auch Antjes Mutter wieder, die sehr nett war, aber doch ganz anders aussah als früher. Anfangs gab es nur kleine Ähnlichkeiten, die sich aber immer mehr zu einer Person entwickelten, die mir doch sehr bekannt vorkam. Am Ende sah Antjes Mutter nicht nur aus wie meine Ex-Schwiegermutter, nein, es WAR meine Ex-Schwiegermutter. Das ist an und für sich ja nicht weiter tragisch oder schlimm, aber mein Traum entwickelte sich allmählich zu einem Albtraum inklusive mindestens einem Mord, einer stark misshandelten Leiche und meiner Ex-Schwiegermutter, die am Ende eine blutbesudelte Kettensäge in der Hand hielt und teuflisch lachte. Gruselig.

Ab heute bin ich ein Beta-Blogger

Diesen Satz müsste ich mal zu meinem Vater sagen, der würde mich anschauen wie ein Auto: "Ab heute bin ich ein Beta-Blogger."

Ich habe den Wechsel meines Blogs zur Beta-Version lange hinausgezögert, bin nun aber glücklich dass ich es endlich gewagt habe.

Draußen tobt seit heute Morgen ein kräftiger Herbststurm, das Thermometer zeigt nur noch 4°C an (komisch, heute früh waren es 9°C), und ich freue mich, dass ich in meinem warmen Arbeitszimmer sitzen und meinen neuen Blog inkl. Kategorien bewundern kann. Störend ist allein der Gedanke, dass ich nachher wieder dem Herbstwetter in die offenen Arme laufen muss, vermutlich ohne Regenschirm, denn der bringt eh nichts bei dem Wind.

Da ich noch keinen Anruf aus dem Autohaus bekommen habe, hat sich wohl immer noch kein Käufer für meinen Skoda gefunden. Das betrübt mich, denn so langsam möchte ich wissen, woran ich bin und ob ich endlich einen neuen Wagen kaufen kann. Die letzten Wochen ohne Auto waren ja ganz ok, aber bei dem Wetter ist es doch bedeutend netter, mit dem Auto durch die Gegend zu fahren als auf Bus und Bahn zu warten, die mir - wie heute früh - wieder mal vor der Nase weggefahren sind.

Freitag, Oktober 27, 2006

Comic-Talente

Rainald Grebe


In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen verschlägt es mich in den Quatsch Comedy Club im Berliner Friedrichstadtpalast. Es gibt Abende beim sogenannten Club Mix, da gibt es zwar etwas zu lachen, aber nur selten reisst mich wirklich jemand vom Hocker.

Am meisten in sehr sehr sehr positiver Erinnerung geblieben ist mir Rainald Grebe, den ich absolut fantastisch finde. Ein netter Zufall, dass Rainald Grebe den Puppenspieler René Marik zu seinen Vorbildern zählt (zumindest behauptet er das auf seiner Homepage.

Denn diesem wirklich begnadeten und lachmuskelaktivierenden Künstler habe ich letzten Samstag im QCC in mein Herz geschlossen. Ich hatte regelrecht Schmerzen vor Lachen.
Wenn Ihr jemals die Chance habt, René Marik mit seinen Handpuppen Kermit und dem sprachgestörten Maulwurf persönlich zu erleben: nix wie hin!
Das gleiche gilt natürlich auch für Herrn Grebe.

René Marik

Alles hat ein Ende

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Manchmal bringt auch dreimal nachfragen nichts

Gutgelaunt betrat ich heute Nachmittag mit Sohnemann das Pankower Rathaus. Kind braucht einen Reisepass, und als behördenerfahrene Mama habe ich natürlich vorher angerufen und nachgefragt, was ich mitbringen muss. Auf meinem Notizzettel stand dann also:
1 Kind
1 Passbild des Kindes (biometrisch, Frontansicht [beide Ohren sichtbar], keine Seitenansicht, normaler Blick)
1 Personalausweis Mama
1 Vollmacht vom Papa, weil der zuweit weg wohnt, um mitten in der Woche selbst mit zur Behörde zu kommen

Bevor ich eine Nummer zog, fragte ich an der Information noch einmal nach, hätte ja sein können, dass ich doch etwas vergessen habe. Kind, Perso, Passbild, Vollmacht des Vaters.... alles dabei.
Der Nummernautomat teilte mir freundlich mit, dass ich die Nummer 246 gezogen habe und nur noch 39 Personen vor mir warten. Die Dreiviertelstunde Wartezeit ging erstaunlich schnell rum, da Janek in der Spielecke zufälligerweise eine Freundin aus dem Kindergarten entdeckte und somit beschäftigt war.

Als wir dann endlich dran kamen..............
"Das ist kein Passbild, was Sie da haben."
"Wieso nicht, ich habe extra gefragt, was zu beachten ist."
"Ja, aber das Format stimmt nicht. Es ist zu klein." (Toll, da habe ich viel Geld für eine Fotoserie im Kindergarten bezahlt, und nun sind die vermeintlichen Passbilder gar keine richtigen Passbilder).
Mit dem Hinweis, dass gleich nebenan ein Fotograph sei und ich keine neue Nummer ziehen müsste, wenn ich heute noch wiederkomme, wollte mich die Dame des Saales verweisen.
Doch ich bestand darauf, dass sie vorher prüft, ob meine anderen Unterlagen ausreichend seien.
Sie schaute sich die Vollmacht vom Vater an und fragte mich dann, ob ich dessen Personalausweis dabei habe. Aber klar doch; ich trage ständig den Personalausweis meines 600 km entfernt wohnenden Ex-Mannes mit mir herum, noch dazu wo ich ihn nur etwa jedes dritte Wochenende sehe, um ihm seinen Ausweis zurückzugeben.
Ich konnte mich selbst nicht sehen, aber ich bin mir sicher, dass ich recht bedeppert aus der Wäsche geschaut haben muss in diesem Moment.
Nun muss Janeks Vater zu einer Meldebehörde in seiner Nähe und dort die Echtheit seiner Unterschrift bescheinigen lassen. Der wird sich freuen, wenn ich ihm das erzähle. Vor allen Dingen deswegen, weil er nur am Wochenende in der Nähe seiner Meldebehörde ist. Und am Wochenende, tja, da haben die Behörden ja bekanntlich zu.

Ich sehe es ja sogar ein, dass bei Dingen wie einem Reisepass genau kontrolliert wird, ob die Unterschrift des nicht anwesenden Teils auch wirklich korrekt und nicht gefälscht ist.

ABER WARUM HAT MIR DAS KEINER GESAGT, ALS ICH NACHGEFRAGT HABE?!?!?

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Wir in der DDR

Während wir vorhin unsere Eisbecher löffelten, sinnierte Janek über den Namensursprung der Schlagsahne.

Janek: "Das ist ein lustiger Name, Schlagsahne..."*kichert*
Mama: "Weisst du auch, warum die so heisst? Weil Sahne geschlagen wird."
Janek: "Ja, das war bestimmt früher so, bei euch in der DDR".
Diesmal kichere ich.

Ja, wir hatten schon ein schweres Leben in der DDR. Janek hat wirklich lustige Vorstellungen davon, wie ich aufgewachsen bin. Am Samstag waren wir im DDR-Museum, und beim Anblick des dort "ausgestellten" Wohnzimmers und der Einbauküche mit Durchreiche fand Janek, dass wir es doch damals richtig schön hatten.

Dass wir trotzdem unsere Sahne geschlagen haben... unglaublich.

Auswandern

Wenn man den Medien Glauben schenken mag, haben die Deutschen ein neues Hobby: Auswandern.


Weder private noch öffentliche Sender sparen derzeit an Dokumentationen über Auswanderer. Und auch im privaten Kreis kommen inzwischen die Gespräche auf das Auswander-Thema, so wie gestern, als ich mich mit zwei anderen Müttern zum Mittagessen traf. Ehrlich gesagt, war ich über das entsetzt, was ich da hörte: "Irgendwie bleibt einem ja gar nichts anders übrig als Auswandern. Jetzt bauen die hier die ganzen Moscheen, und wenn du nicht aufpasst, bist du hier bald alleine unter Fremden." Damit war ich gemeint. Für alle Nicht-Pankower muss ich an dieser Stelle vielleicht kurz erklären, wodurch diese Moscheen-Phobie entstanden ist. Im friedlichen Heinersdorf (ein dörflich anmutender Teil vom ebenfalls eher provinziellen Berlin-Pankow) soll eine Moschee gebaut werden. Na und? Anscheinend gibt es genügend Argumente gegen den Bau dieser Moschee, weil ein erschreckend hoher Anteil der Bevölkerung sich in baldiger Nachbarschaft mit Terroristen sieht. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll; vielleicht so: Ich finde es zum Kotzen und mache mir ernsthaft Sorgen, weil auch Menschen, mit denen ich an und für sich gut zurecht komme, und deren Intelligenz ich bisher recht hoch eingeschätzt habe, in Panik verfallen. In den Straßen von Pankow hingen eine zeitlang Zettel mit Aufrufen zu Demonstrationen gegen den Bau der Moschee. Ich erspare mir hier Links zu den teils menschenverachtenden Internetseiten, aber wer mehr zum Thema wissen will, muss nur "Pankow Heinersdorf Moschee" bei Google eingeben und wird hoffentlich ähnlich entsetzt sein wie ich.
Vielleicht bin ich ja wirklich blauäugig, weil ich nicht in jedem Türken einen frauengeilen Verbrecher, nicht in jedem Moslem einen Terroristen und nicht in jedem Russen einen Säufer sehe. Vielleicht bin ich ja wirklich irgendwann die einzige deutsche Einwohnerin Pankows.

Umso erstaunlicher ist es eigentlich, dass die wohl von Natur aus auslanderphoben Deutschen so gerne in andere Länder auswandern.
Da ich generell gerne Dokumentationen schaue, sind Auswander-Dokus im Fernsehen natürlich für mich ein Muss.

Da wäre zum einen die nette Arztfamilie, die nach Pajala in Schweden auswandert, nachvollziehbare Gründe dafür hat und sich saugut auf Ihr neues Leben vorbereitet, indem Papa, Mama und die kleine Tochter schon Monate vorher an der Volkshochschule Schwedisch pauken. Finde ich klasse.

Viel mehr Spaß machen mir allerdings die vielen verrückten Geschichten der Leute, die blauäugig auswandern, weil es halt überall besser zu sein scheint als in Deutschland. Da zieht es ein Ehepaar mittleren Alters in das Land ihrer Träume: Paraguay.
Skandinavien, USA, Neuseeland, okay, alles nachvollziehbar, aber PARAGUAY? Besonders witzig ist die Tatsache, dass die beiden noch niemals zuvor in Paraguay waren und nur die netten Bildchen im Internet für ihren Entschluss ausgereicht haben, dorthin auszuwandern. Vorbereitungen? Weit gefehlt. Erste Panne am Flughafen, als sie ihre Oneway-Tickets vorlegen und erfahren, dass sie ohne gültiges Rückflugticket überhaupt nicht mitfliegen dürfen, weil ihnen die Einreise in Paraguay verwehrt bleiben würde. Sie schaffen es trotzdem irgendwie in das Land ihrer Träume und sind zunächst - ach was - schockiert über die Armut, die sie dort vorfinden. Und dann die Frage der "etwas" naiven Auswanderin im Taxi kurz nach der Ankunft: "Und wie heisst hier die Währung?" Entschuldigung, auswandern wollen, aber sich nicht einmal mit den grundlegenden Dingen beschäftigt haben, die in jedem 0815-Paraguay-Reiseführer auf Seite 3 zu finden sind...

Und gerade bei "We are family" (Pro7): eine Bäckersfamilie aus Memmingen, deren Familienoberhäuptin (Papa hat nicht viel zu sagen) so sehr die Schnauze voll hat von Deutschland, dass sie zusammen mit ihrem Mann in die Türkei auswandern will, ohne Rücksicht auf die beiden Söhne zu nehmen.
Grundtenor der Mutter: "Ich habe mich jetzt zwanzig Jahre lang um die Kinder gekümmert, jetzt muss ich endlich auch an mich denken." Im Prinzip ist das ja nachvollziehbar, wenn es denn so stimmen würde. Denn ihre beiden Söhne sind gerade mal 17 und 15 Jahre alt. Der Große macht seinen Lehre in Deutschland zu Ende, er hat noch ein Jahr vor sich. Hierzu ein Zitat der Mutter: "In der Türkei kann er seine Lehre nicht zu Ende machen, weil er die Sprache net mäschtich isch." Und der Kleine soll bei Verwandten oder einer Pflegefamilie(!) bleiben, seinen Schulabschluss in zwei Jahren machen und kann ja dann in die Türkei nachkommen.

Mir blutet jetzt schon das Herz bei dem Gedanken, dass mein kleiner Sohn, der erschreckend schnell groß wird, in 10-15 Jahren alt genug ist, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und das dann sicher auch tun wird. Unvorstellbar, ihn in dem Alter einfach zurückzulassen, während ich in ein fremdes Land auswandere.

Ich könnte mich mit dem Gedanken trösten, dass das trotz "Doku" einfach nur Fernsehen ist, aber auch im wahren Leben begegnen mir immer wieder solche Menschen, über die ich einfach nur den Kopf schütteln kann.

Ich hole jetzt Janek aus dem Kindergarten ab, gehe mit ihm ein Eis essen und genieße mein Leben in Deutschland.

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Kulinarisches

Besagtes Brötchen von gestern durfte ich gestern nachmittag aus Janeks geliehenem Rucksack fischen. Er hatte nicht einen winzigen Happen davon gegessen. Dafür schwamm es in Apfelsaftschorle, da Sohnemann die Flasche nach dem Trinken nicht wieder richtig verschlossen hatte. Na prima, da hat sich der Gang zum Bäcker ja absolut gelohnt.

Mama: "Warum hast du die Flasche denn nicht richtig zugemacht?"
Janek: "Das gang nicht"

Dienstag, Oktober 17, 2006

Frühaufsteher-Rabenmutter

Mein Tagesablauf bringt es mit sich, dass ich morgens länger schlafen kann als viele andere Menschen, nämlich sage und schreibe bis 07:45 Uhr. Dafür gehe ich zwar auch später ins Bett als die meisten anderen Menschen und arbeite oft auch noch bis in den späten Abend, aber das interessiert ja niemanden, der in jedem Menschen, der länger als bis 7 Uhr schlafen kann, einen Sozialschmarotzer und Penner sieht. Ich muss halt nicht morgens um vier Uhr die Kühe melken *ätsch*. Ich könnte sogar noch länger schlafen, aber das geht nicht. Und das auch nur, weil Janek bis um neun im Kindergarten sein muss, wenn ich nicht vorwurfsvolle Blicke der Erzieherinnen oder gar einen vorwurfsvollen Blick meines Kindes riskieren will, der meinetwegen den Morgenkreis verpasst hat.

Schön und gut, das hat sich also alles schön eingepegelt im Laufe der letzten 2 1/2 Jahre, und da grenzt es für mich nahezu an einen Katastrophenzustand, wenn mein Wecker schon eine Stunde früher klingelt. So wie heute. Draußen dämmerte es gerade - zumindest entsprach das meinem Gefühl - und ich öffnete leise die Tür zu Janeks Zimmer um ihn vorsichtig zu wecken. Er öffnete traumhaft verpennt die Augen und brummte: "Es ist ja noch mitten in der Nacht. Das ist gemein." Wirklich gemein war, dass ich selbst "mitten in der Nacht" aufstehen musste, nur weil ER heute schon um kurz vor acht Uhr im Kindergarten sein musste. Die Vorschulkinder unternahmen nämlich einen Ausflug ins Mach-Mit-Museum. Normalerweise hatte ich ihn zu so früher Stunde schnell mit dem Auto in die Kita gebracht. Doch da ich ja zur Zeit kein Auto habe, musste ich mich zu allem Überfluss mit Janek in die ungewohnt volle Straßenbahn stopfen und ihn instruieren, mit seinem Brötchen besonders vorsichtig zu sein, damit er in der engen Bahn niemanden mit Lätta beschmiert.

Ich war unglaublich stolz, dass ich es ohne verwuschelte Haare und dunkle Ringe unter den Augen schaffte, meinen Sohn überpünktlich abzuliefern. Dafür gab es zwar nur das besagte Brötchen auf die Hand, denn Zeit zum ausführlichen Frühstücken blieb nicht. Wie gesagt, war ich unglaublich stolz auf mich, bis im Kindergarten mein Blick auf den Zettel fiel, auf dem unter der frühen Abfahrtszeit auch die Bitte stand, den Kindern doch bitte einen Picknick-Rucksack und Stoppersocken mitzugeben.

Vor lauter Frühaufstehenmüssen hatte ich das total vergessen. Armes Kind. Jetzt musste er bestimmt hungern* und ist ständig auf dem glatten Parkett im Museum ausgerutscht.

P.S. *Ganz so schlimm bin ich dann doch nicht. Ich habe ihm noch schnell beim Bäcker gegenüber der Kita ein lecker belegtes Brötchen und eine Flasche Apfelschorle gekauft. Nur Stoppersocken hatten die dort komischerweise nicht.

Montag, Oktober 16, 2006

Freitag der 13.

Wenn man ein Jahr älter wird, kommt meistens die Frage: Und, wie fühlt man sich mit xxx Jahren? In diesem Jahr fragten mich 80% aller Gratulanten: Und, wie ist es an einem Freitag, dem 13. Geburtstag zu haben?

Nun, irgendwie auch nicht anders.

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Ohne Worte

Still liegen

Warum klingt "stillegen" so viel dramatischer als "abmelden", wenn es um ein Auto geht? Am Montag werde ich mit meinem Skoda die letzte gemeinsame Fahrt zum Autohaus antreten, das ihn (O-Ton) stillegen und an Zwischenhändler in meinem Auftrag weiterverkaufen wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird mein Auto den Weg in Richtung Ukraine antreten, dort sei die Marke wohl noch sehr begehrt. "Wenn er auch noch weiß wäre, wäre der Verkaufspreis vermutlich noch höher. In der Ukraine stehen weiße Autos für Prestige und Reichtum", erklärte mir *mein* Autoverkäufer. Komisch, ich denke bei weißen Autos immer nur an hohe Kosten aufgrund häufiger Waschanlagenbesuche.

Einen neuen Wagen habe ich noch nicht, aber die Suche hat im Prinzip dennoch ein Ende. Ich weiß jetzt was ich will (einen Renault Scenic, am liebsten genauso einen wie ich ihn am Wochenende probefahren durfte) und wo ich mein neues Gefährt kaufen werde. Keine Herumrennerei mehr von Autohändler zu Autohändler zu Autohändler...

Nun muss ich nur noch DAS Angebot abwarten. Natürlich würde ich einen Neuwagen mit Kusshand nehmen, aber wer bezahlt mir den?

Ob ich wohl wenigstens dieses Mal Lotto spielen sollte? 35 Millionen würden mir schon einen gewissen Handlungsspielraum verschaffen, denke ich. Dann darf es auch gerne ein Wagen mit Standheizung sein.

Dienstag, September 19, 2006

Stauraum / Kindermund V

Janek sollte heute Nachmittag in seinem Zimmer ein wenig aufräumen. "Du hast ja durch das neue Regal viel mehr Stauraum", sagte ich und ließ ihn mal machen. Abends betrat ich sein Zimmer und war erstaunt über das Chaos, das sich dort entwickelt hatte. Auf dem gesamten Fußboden waren Spielzeugautos verteilt.

"Solltest du nicht aufräumen, Janek?" Seine Antwort: "Aber du hast doch gesagt, ich habe jetzt Stauraum." Ich lag am Boden vor Lachen. Hatte ich doch nicht bedacht, dass Janek zwar weiß, was ein Stau ist, aber nicht was Stau r a u m bedeutet.

Sonntag, September 17, 2006

Alles in Ordnung

Das Glücksgefühl, das ich am Freitag empfand, nachdem ich die Zahnarztpraxis meines Vertrauens freudestrahlend verlassen hatte, kann sicher nur jemand nachvollziehen, der mit ähnlich katastrophalen Zähnen wie ich ausgestattet ist.

Es ist ohnehin schon eine Ausnahme, dass ich ohne Zahnschmerzen den Zahnarzt aufsuche, sondern einfach nur zur Kontrolle (bzw. in diesem Fall für ein zahnärztliches Attest, da ich eine Zahnzusatzversicherung abschließen möchte). Ich war mal wieder aufs Schlimmste gefasst und hätte meinen Zahnarzt am liebsten umarmt, als er sagte: "Alles in Ordnung" und fast traurig hinzufügte " Nicht einmal Zahnstein muss ich entfernen, ist einfach keiner da". Es tat mir ja wirklich leid für ihn, aber das hielt mich nicht davon ab den Heimweg fast vor Freude hüpfend anzutreten. Aber dann hat mein Erwachsenen-Ich doch gesiegt und ich schlenderte betont lässig nach Hause.

Samstag, September 09, 2006

Alles Kacke

Dass Tom Cruise mitunter einen an der Waffel hat, ist kein Geheimnis. Aber was er und seine Flamme Kati sich jetzt auf den Kaminsims stellen, ist wirklich ein Scheiß.

Papamobil

Papa...

Während der Papst gerade am Flughafen München empfangen wird und Janek sich beim Fernsehen königlich über den Wind amüsiert, der mit der Kappe des Papstes spielt, gehen mir seltsame Fragen durch den Kopf:

Was denkt der Papst wohl gerade, während nacheinander drei Nationalhymnen gespielt werden? Langweilt er sich?
Wieso ist eigentlich überall ein Deutschland seit Tagen strahlend schönes Wetter, nur in Berlin macht der Herbst hartnäckig seine Generalprobe?
Wer wäscht die Unterhosen des Papstes?
Und wie mögen seine Unterhosen überhaupt aussehen?

Dann bestaune ich seine erschütternd dünnen Beine, die sich durch den Sonnenschein unter seinem langen weißen Gewand abzeichnen und frage mich, ob dieser Anblick nicht gegen jede päpstliche Etikette verstösst.

Man merkt sicher, dass ich kirchentechnisch nicht sehr bewandert bin und auch der Papst für mich halt einfach nur ein Mensch ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer sich beim Lesen meiner Gedanken unwohl fühlt, möge mir verzeihen.


...mobil

Seit einigen Tagen befinde ich mich intensivst auf Autosuche. Schätzungsweise 700 Autos habe ich mir inzwischen angeschaut (wobei mit Anschauen natürlich auch *Preisschild lesen und schnell weitergehen* gemeint ist). Ich bin inzwischen schon so mit dem Thema verwachsen, dass ich auch wenn ich einfach nur zum Einkaufen gehe, jedes Auto auf der Straße betrachte und rein nach der Optik entscheide, ob so ein Wagen mir gefallen könnte. Es ist sogar schon so schlimm, dass ich gestern um ein am Straßenrand parkendes Auto herumlief, um das Preisschild zu suchen, bis mir wieder einfiel, dass es ein ganz normales parkendes Auto ist, das nicht zum Verkauf steht.

Drei Kandidaten hatte ich schon in der engeren Auswahl, da Preis und Ausstattung ganz in Ordnung waren (ein Renault Scenic, ein Ford Kombi und ein Renault Mégane). Den Mégane habe ich vorgestern sogar Probe gefahren, aber irgendwie hat mein Bauchgefühl nicht gestimmt. Vernunfttechnisch alles absolut ok, Preis, Fahrverhalten, Ausstattung, Alter, Kilometer... Aber nach beinahe zwei Stunden Sitzen in diesem Auto tat mir alles weh, und ich weiß nicht ob es davon kam, dass ich zu verkrampft gesessen habe, oder ob die Sitze in der Tat zu weich sind, so wie ich es hinterher im Internet gelesen habe. Außerdem wurde mir gesagt, dass Renaults bis zum Baujahr 2003 (dieser wäre 2002 gewesen) sehr pannenanfällig seien. Ich habe in früheren Jahren schon zwei Renaults gefahren, der eine war in der Tat so schrottig, dass ich ihn nach wenigen Tagen zurück zum Händler brachte. Und der zweite war jahrelang ein treuer Begleiter, mit dem ich nicht wirklich große Probleme hatte.
Nun, wie dem auch sei, die Suche geht wohl weiter, es sei denn mein Herz schlägt doch noch für den Mégane. Zunächst einmal möchte ich aber einen Käufer für meinen Skoda Felicia finden, was generell kein Problem ist, aber die Preisangebote schwanken sehr und ich bin unsicher, welchen Weg ich am besten einschlagen soll. In den nächsten Tagen steht meinem Felicia noch eine kleine Reise bevor, bei der er wohl noch einmal auf etwa 1500 Kilometern zeigen darf wird, wie treu er ist. Hoffentlich!

Dienstag, September 05, 2006

DSL-Traum mal wieder ausgeträumt

Ich wundere mich selbst, dass mein aufgestautes Wutpotenzial erst jetzt ausreichend groß ist, dass ich beschlossen habe der Telekom einen bösen Brief zu schreiben.

Wird natürlich wieder nix mit DSL, manuelle Recherche hat ergeben... *blablabla*.
Dabei wollte mir eine Telekom-Mitarbeiterin sogar weismachen, bei mir sei T-DSL16000 möglich.

So langsam habe ich das Gefühl, es macht denen einfach Spaß, so mit ihren Kunden umzugehen. Erst den Zucker vor die Nase halten und dann *ätschbätsch* geht ja doch nicht...

Donnerstag, August 24, 2006

Wer´s glaubt...

Inspiriert durch die DSL-Sonnenblume, wagte ich vorhin den 1512. Anruf bei der T-Com, um nachzufragen, wann mit dem Ende der Bauarbeiten zu rechnen sei, und wie denn nun die tatsächliche Preisgestaltung für VDSL aussehe.

Sagt der T-Com-Mensch doch zu mir:
Aber bei Ihnen geht doch T-DSL 1000.
Ich: Wie soll das denn gehen? Bisher war es technisch doch nicht möglich. Und wenn ich Ihnen den Auftrag erteile, wird doch eh in ein paar Tagen wieder ein Brief bei mir eintrudeln, in dem mir die T-Com ihr tiefstes Bedauern mitteilt, aber man habe alles geprüft und DSL sei bei mir leider nicht verfügbar.
Er: Na, wollen Sie nun DSL oder nicht?
Ich: Klar will ich!

...und gebe also einen DSL-Anschluss in Auftrag, als gäbe es nichts Leichteres auf der Welt.

Er: Ich kann Ihnen sogar schon den Termin sagen, wann Sie voraussichtlich freigeschaltet sind. Die Geräte bekommen Sie in den nächsten Tagen.
Ich: Ich bin zwar nach wie vor zu 90% sicher, dass ohnehin eine Absage kommt, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass ich bei Ihnen DSL beauftrage. Aber sagen Sie ruhig den Termin.
Er: 07. September.

So, und nun versuche ich meine doch vorhandene Spur von Hoffnung im Zaum zu halten, denn ich kenne doch die T-Com....

DSL-Botanik

Neben der immer noch existierenden DSL-Baustelle vor meiner Haustür stand bis vor zwei Tagen eine voll erblühte Sonnenblume. Ich wollte ein Foto von diesem schönen, aber für mich irgendwie auch deprimierenden Anblick machen. Dumm nur, dass mir jemand zuvor kam. Nachts hat wohl jemand heimlich die arme Sonnenblume geköpft.

Ich erinnere mich noch gut an die Worte eines (ausnahmsweise sehr netten) T-Com-Mitarbeiters, der mir sagte, dass VDSL (Glasfaser-DSL) für mich als Endkunden nicht teurer werden würde als ein normaler DSL-Anschluss (O-Ton: Das geht ja nicht, man kann ja die Leute nicht noch dafür bestrafen, dass sie kein normales DSL bekommen). Inzwischen sieht die Sache aber ganz anders aus. Mal abgesehen von Anschlussgebühr und sonstigem Schnickschnack würden wohl monatlich allein ca. 35 oder 40 Euro reine VDSL-Grundgebühr auf mich zukommen, und dann hätte ich noch nicht eine Sekunde gesurft. Flatrate dazu 9,95 €. Und derzeit kommt man wohl auch nicht um das "Bundesliga-Paket" herum, dass mit zusätzlichen 9,95 € zu Buche schlägt. Prima, dann hätte ich also in Zukunft Internetkosten um die 60 €. Wie war das nochmal mit Kostenersparnis? Aber warum über ungelegte Eier reden, solange noch Sonnenblumen neben den halbfertigen T-Com-Baustellen wachsen?

Apropos Kosten und so... das Jahr 2006 wird ja als "Jahr der Kostenexplosion" in meine privaten Annalen eingehen. Schuld daran sind nicht die Politiker, sondern mein ganz privater Haushalt.
Inzwischen haben auch noch Mikrowelle und Küchenmaschine den Geist aufgeben (wobei letzeres Gerät wenigstens noch Garantie hat), sondern auch mein erst vor wenigen Wochen für teuer Geld repariertes Auto, knarzt und ächzt nun plötzlich ganz erbärmlich und altersschwach. Werkstatt meint: ist nicht schlimm, aber irgendwann müssen diverse Kleinreparaturen vorgenommen werden. Ich meine: noch mehr Geld werde ich nicht in das Auto stecken. Also bleibt nur verkaufen und ein neues anschaffen.

Klingt einfach, ist es aber nicht.
Ich werde also in den nächsten Wochen einen Großteil meiner Neuanschaffungs-Restenergie in Sachen Auto aufwenden müssen.

Montag, August 21, 2006

Zum Abtauchen

Nun bin ich ja mal gespannt, ob ihr erratet was das ist:



Keine Ahnung? Vielleicht hilft euch ja dieses Bild weiter (es zeigt das Corpus delicti kurz vor der Verwendung):



Und wer jetzt immer noch nichts kapiert hat, der sei getröstet: ohne einen Blick auf die Website des "Produktherstellers" wäre ich nie darauf gekommen, wozu dieses Ding erfunden wurde.

Mittwoch, August 16, 2006

Ist das Kätzchen aus dem Haus...

Wenn Janek sich für ein paar Tage - wie derzeit - in den Urlaub mit meinen Eltern oder seinem Vater verabschiedet, nehme ich mir immer ganz viel vor. Am Ende bleibt es allerdings meist nur bei den guten Vorsätzen.

Einen habe ich jedoch gestern in die Tat umgesetzt: ein neues Regal für Janeks Zimmer zu kaufen und zusammenzubauen sowie heimlich alte Spielsachen auszusortieren.

Dabei bin ich über einen Beipackzettel von Lego gestolpert, dessen Sinn mir sich partout nicht erschließen will. Macht aber nichts, LustigSein ist ja auch ein Sinn.

Donnerstag, August 10, 2006

Ein Besuch bei Christian Dior im verschneiten Mai

Ich hatte letzte Nacht einen ganz seltsamen Traum, verworren aber trotzdem an einigen Stellen glasklar und logisch, voller Hektik und Anspannung. Dennoch insgesamt irgendwie witzig.

Und das war so:

Ich hatte gerade einen Job als Angestellte in einem Reisebüro angefangen (schon ein Albtraum an sich für mich, da ich nie wieder als Angestellte in ein Reisebüro möchte). Es war Donnerstag und aus einem unerfindlichen Grund war ich seit Jobbeginn am Montag immer deutlich verspätet auf Arbeit erschienen. Arbeitsbeginn war 7 Uhr (wie gruselig). An diesem Donnerstag befand ich mich in einer neuen Wohnung in einem grässlichen Wohnblock und schaute mit Entsetzen auf meine Uhr (ich trage seit Jahren keine Armbanduhr mehr). Halb zwölf am Mittag, wieso bin ich denn schon wieder so spät dran? Rufe voller Panik im Büro an und mich zu entschuldigen und mitzuteilen, dass ich mich beeile und wieder meinen Sohn mitbringe, da der Kindergarten ja noch Ferien hat. Meine Kollegin stellt sich quer. Ich dürfe Janek nicht mitbringen. Die Chefin sei gerade im Kundengespräch, also könne sie mich nicht durchstellen. Stinkwütend lege ich auf und stürme zu meiner Nachbarin, die gerade eine Party feiert, sich aber bereit erklärt Babysitter zu spielen. Ich danke, eile zurück in meinen Wohnung, merke dass ich Janeks Sandalen noch rüberbringen muss und erledige das schnell. Dann stürze ich in die Tiefgarage zu meinem Auto, denn mit den Öffentlichen würde ich noch später auf Arbeit ankommen. Mir fällt ein, dass Parkplatzmangel in der Nähe des Büros herrschen könnte, also prüfe ich ob ich für den Notfall meine Monatskarte dabei habe. Habe ich, aber darauf klebt die Marke für April, und inzwischen haben wir Mai. Draußen schneeregnet es, aber mich wundert gar nichts mehr. Will noch mal schnell in die Wohnung um die richtige Marke zu holen, steige in den falschen Fahrstuhl und stehe plötzlich mitten in einem Christian Dior Geschäft (im echten Leben war ich noch nie in einem) und falle einer Verkäuferin ins Wort, die gerade einer Kundin erklärt, wie sie einen Gewinncoupon richtig ausfüllen soll. Ich erkläre meine Notlage und bitte sie mir zu sagen wie ich meine Wohnung wiederfinde. Als sie mir den Weg sagen will, fällt ihr wiederum ein fremder Mann ins Wort, dem es sichtlich Spaß macht mich zu ärgern. Na, welches Rezept verrät Sie Ihnen denn gerade?, fragt er mich. Ich bekomme einen Heulkrampf und wache auf.

Mittwoch, August 02, 2006

Alles umnix

Wie antwortete Janek letztens so schön, als er im Kindergarten seine Sachen in der oberen Etage suchte, mit leeren Händen nach unten kam, und ich ihn fragte: "Oh, da bist du wohl umsonst noch einmal nach oben gegangen?" "Nein Mama, umnix!"

Heute war auch so ein Umnix-Tag. Da mein Sohnemann seit Montag ein paar Tage Urlaub bei Oma und Opa im Garten macht, versuche ich die Zeit für Dinge zu nutzen, die ich sonst nie schaffe. So fuhr ich denn heute vormittag zum Finanzamt, weil ich ein Formular A58 mit Eintragungen vom Finanzamt benötigte. Letztes Jahr ging das alles ganz schnell, doch dieses Mal wurde mir gesagt, ich müsse noch dies und jenes nachreichen, um Formular A58 zu bekommen. Na gut, fahre ich also morgen noch einmal hin. Ein heftiger Regenguß begleitete mich zu auf dem Weg zum Auto, wo ich klatschnass ankam. Mit nassen Klamotten und Haaren irgendwo rumsitzen zu müssen, hasse ich wie die Pest. Und dann noch für umnix.

Wie jeden Tag bin ich auch zur Post gefahren, um mein Postfach zu leeren. Musste mich mangels Parkplätzen ins Halteverbot stellen, hatte aber Glück und bekam keinen Strafzettel. Wäre ja auch noch schöner gewesen, denn auch mein Besuch auf der Post war umnix. Zum ersten Mal seit ich ein Postfach habe, lag nichts drin.

Und dann noch zur Bank. Ich wollte Kontoauszüge holen, da meine Bank sie mir sonst wieder kostenpflichtig per Post zusendet. Im Vorraum der Bank stehen drei Bankingterminals, von denen normalerweise immer mindestens eins frei ist. Heute waren natürlich alle drei besetzt. Und diese drei Damen holten nicht etwa einfach nur ihre Kontoauszüge, sondern tippten Überweisungen ein. Aber nicht nur eine oder zwei, nein, jede von ihnen hatte einen Stapel von mindestens zehn Überweisungsbelegungen vor sich leigen. Ich warf immer wieder einen erwartungsvollen Blick auf die Bildschirme, ob eine der Ladys die Frage "Wollen Sie eine weitere Überweisung ausführen?" endlich mit Nein beantworten würde. Aber, wie um mich zu ärgern, tippten sie jedes Mal auf Ja. Das war bestimmt die Strafe dafür, dass ich gegen das Bankgeheimnis vorstoßen und auf die Bildschirme geschaut hatte. Die Schlange hinter mir wurde immer länger, und ich war sicher nicht die einzige, die sich schwor, nie wieder am Monatsanfang zur Bank zur gehen. Dann endlich - nach einer geschlagen Viertelstunde - wurde ein Terminal für mich frei. Triumphierend schob ich meine EC-Karte in den Schlitz und dachte: Jetzt zeige ich euch mal, wie schnell das gehen kann hier. Und in der Tat, es ging schnell. Zu schnell. Der Automat warf einen einzigen Beleg aus, auf dem Stand: "Seit dem letzten Druck Ihrer Kontoauszüge am 01.08. wurden keinen neuen Umsätze verzeichnet". Was für ein Timing. Da habe ich also ganz für umnix angestanden und darf nun obendrein noch Porto für den Versand meiner Kontoauszüge bezahlen. War meine Bank einfach schneller...

Freitag, Juli 21, 2006

Alles kaputt

Bitte tröstet mich und sagt mir, dass es halt so Jahre gibt, in denen sich der halbe Haushalt gegen einen verschworen hat und ein Ding nach dem anderen kaputt geht oder dringend ausgewechselt werden muss.
Ein Wunder, dass mein Tiefkühlschrank im Keller auch die dritte(!) Überschwemmung heil überstanden hat.
Ich durfte dieses Jahr schon Unsummen ausgeben für die Reparatur meiner Spülmaschine (Jahresbeginn), eine neue Mikrowelle (letzte Woche), die Reparatur meines Autos (gerade in der Werkstatt), eine neue Matratze mit den Maßen 140x200cm (auch nicht gerade billig) und weitere Neu- oder Ersatzanschaffungen wie ein DVB-T-Empfänger für den Fernseher. Mein PC war ebenfalls Anfang des Jahres kaputt, aber wenigstens konnte der noch im Rahmen der Garantie repariert werden.
Seit zwei Wochen hält die kleine Schalterschutzklappe an meiner Ablufthaube in der Küche nicht mehr, und gestern ist mein Fahrradständer kaputt gegangen. Müßig zu erwähnen, dass nun anscheinend auch noch die Therme im Bad einer fachmännischen Untersuchung bedarf. Die kleine Dauerflamme, die sich beim Wunsch nach heißem Wasser in ein loderndes Feuer verwandelt, geht plötzlich ständig aus.
Irgendwann is aber auch mal gut...

Das Unwetter von neulich hatte allerdings nicht nur negative Auswirkungen. Als ich am Morgen danach meinen halben Kellerinhalt zu den Mülltonnen schleppen musste, entdeckte ich ein wunderbares Naturgemälde auf dem Fußweg. Während des Unwetters hatte an dieser Stelle ein Kinderfahrrad gelegen, und der Sturm hat die Umrisse mit Hilfe von umherfliegenden Pollen exakt nachgezeichnet. Ich fand das so erstaunlich, dass ich dieses Meisterwerk für die Nachwelt festhalten musste.



Meine Oma ist übrigens seit Dienstag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Gottseidank war es nichts Schlimmes. Sie wird noch eine Weile an ihrem schlimmen Magen zu knabbern haben, ist jetzt aber wieder meine lustige und liebe Oma, so wie ich sie kenne.

Dienstag, Juli 11, 2006

Nicht nur Zidane sorgte für Turbulenzen

Da haben die Italiener schon unseren Frings ins Abseits befördert, und nun amüsieren sie sich über Zidane - auf recht witzige Art, wie ich finde.

Wenn ich pessimistisch veranlagt wäre, könnte ich sagen: am vergangenen Wochenende kam es ziemlich dicke. Bei dem schweren Unwetter stand mein Keller zweimal einige Zentimeter unter Wasser. Der Abfluss draußen an der hinteren Kellertreppe konnte die Regenmassen nicht aufnehmen. Kaum hatte ich Freitag Abend nach stundenlangem Wegwerfen der nassen Sachen und Wasser-aus-dem-Keller-schrubben einigermaßen Schadensbegrenzung betrieben, durfte ich Samstag Morgen von vorne anfangen. Es hatte die ganze Nacht weitergeregnet, und so trieb es mich recht früh aus dem Bett, um den Keller zu prüfen. Diesmal stand das Wasser sogar bis zur Kellertreppe und fast alle anderen Keller standen ebenfalls unter Wasser. Ich klingelte die Nachbarn aus dem Bett. Weder Feuerwehr noch Rohreinigung hatten Zeit für uns, und somit übte sich die Hausgemeinschaft in gegenseitiger Nachbarschaftshilfe. Man kann wirklich interessante Dinge entdecken, wenn man sich in fremden Kellern umschaut. So zum Beispiel einen Vorrat selbstgemachten Sauerkirschsaftes mit dem Herstellungsdatum 23.07.1988 bei einer Nachbarin.

Für Samstag Nachmittag war Familiengeburtstag angesagt, ich hinkte dank der Überschwemmung mit den Vorbereitungen hinterher, so daß meine Eltern auf dem Weg zu uns sogar noch zu Bäckerei fuhren und Kuchen mitbrachten, weil ich es nicht schaffte, den geplanten Karottenkuchen zu backen. Bis kurz vor Ankunft der übrigen Gäste verbrachten meine Mutter und ich unsere Zeit im Keller, weil ich noch viel mehr wegwerfen musste, als ich ursprünglich überblicken konnte. War aber gar nicht so schlimm, denn ich hatte eh schon länger vor, den Keller mal gründlich zu entmüllen. Allerdings hätte ich mir einen besseren Zeitpunkt und vor allen Dingen ein Aufräumen OHNE nasse Füsse gewünscht.

Meine Oma war ebenfalls angereist, obwohl es ihr aufgrund unerklärlicher Bauchschmerzen sehr schlecht ging. Sie hielt bis nach dem "kleinen Finale" zwischen Deutschland und Portugal (3:1 :o) ) tapfer durch, war dann aber froh, als sie wieder nach Hause fuhren. Am nächsten Morgen um kurz nach sieben rief sie meine Eltern an, weil sie es nicht mehr aushielt und den Notarzt rufen wollte. Meine Eltern brachten sie dann ins Krankenhaus. Inzwischen geht es wieder bergauf mit ihr, es scheint nichts zu sein, was durch entsprechende Medikamente oder im Notfall durch eine OP in Ordnung zu bringen ist. Gottseidank. Allerdings stehen ihr noch ein paar Untersuchungen bevor, ehe endgültige Klarheit herrscht.

Sonntag Abend lag ich dann flach. Vermutlich ist es mir nicht bekommen, solange mit den Füßen im Kellerwasser zu stehen. Heute sind nur noch Halsschmerzen übrig, diese sind allerdings so enorm, dass ich mir selbst Sprechverbot auferlegt habe - und das will was heißen!

Dienstag, Juli 04, 2006

Nu isser fünf

Früher waren Kindergeburtstage ja noch ein Quell für grenzenlose Fröhlichkeit:



Wirklich fröhlich ging es bei uns gestern zu: Janek ist fünf Jahre alt geworden, und ich hatte die Tage zuvor gebetet, dass in diesem Jahr das Wetter schön genug ist, um die Party mit seinen Freunden draußen feiern zu können. Meine Gebete wurden mehr als erhört: strahlender Sonnenschein, 30°C und immmer ein angenehmer Wind, der die Hitze erträglich machte. Letztes Jahr mussten wir in der Wohnung feiern, was für mich alles andere als ein Vergnügen war. Wie vergleichsweise entspannt war der gestrige Nachmittag! Trotzdem: einmal pro Jahr eine Horde von acht Kindern mit unterschiedlichen Charakteren, Wünschen und Macken um mich herum - das genügt vollkommen. Ich bewundere jede Kindergärtnerin, für die ja quasi jeder Arbeitstag ein Kindergeburtstag ist.

Janek hat zum Geburtstag ein neues Bett bekommen. Genauer gesagt: ein Hochbett. Ich habe es am Freitag mit seiner Hilfe aufgebaut (an mancher Stelle war er wirklich eine Hilfe) und dabei die komplette erste Halbzeit gegen Argentinien verpasst. Der Fernseher lief zwar, aber auf ZDF, was natürlich nicht viel brachte. Das Elfmeterschießen ließen wir uns aber nicht entgehen. Wir zappelten und schrien bei jeder Aktion, als läge es allein an unserer Lautstärke, ob es die Deutschen schaffen. Janek war besonders laut. Wie blöd, dass das Spiel heute Abend erst um 21 Uhr beginnt. Dann ist Janek bereits im Bett. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.

Pizza-Boykott?

Folgende Email macht heute die Runde:

Hallo Leute!

Am Dienstag, um 21:00 Uhr sollte ganz Deutschland den netten Bringservice unserer italienischen Restaurants/Pizzabuden nutzen! Also schön zum Spiel Pizza bestellen!!!

Somit haben sie eine kleine Entschädigung für die Niederlage gegen Deutschland und kommen in den Genuss der super Radioübertragungen und brauchen sich Ihr Elend nicht im Ferseh anschauen. Macht alle mit! Rache ist Blutwurst. Kein Frings - kein gemeinsames, italienisches Fernsehgucken!

Schickt die Mail an alle die ihr kennt. Dies ist kein Kettenbrief und es fällt euch kein Blumentopf auf den Kopf falls ihr nicht mitmacht..


Finde ich irgendwie nett. Aber wäre die schönste Rache nicht einfach, wenn Deutschland die Italiener lässig vom Platz jagt und ins Finale einzieht? Fußball kann ja wirklich zu einem Krimi ausarten. Ich wollt´s nie glauben.

Wobei man natürlich differenzieren muss... Vielleicht ist das italienische "Medium", dass die Sperrung von Frings provoziert hat, ja vom Standard her nicht anders als unsere "BILD". Ich wäre bestimmt sauer, wenn ein Italiener mir heute meinen Fernsehabend versauen würde, nur weil die Bild "dafür gesorgt" hat (das ist natürlich reine Fiktion), dass ein Italiener für das Spiel gesperrt wird. Also doch keine Pizza heute Abend.

Mittwoch, Juni 28, 2006

Kindermund IV

Vor ein paar Wochen erzählte ich Janek, welches Sternzeichen er hat. Er fand die Sache interessant und fragte auch nach den Sternzeichen von anderen, für ihn wichtigen Personen (Mama ist Waage, Opa Schütze usw.).

Abends beim Essen strahlt er meinen Freund an:
"Stimmts, du bist ein Löwe?"
"Stimmt."
"Ja, und die Mama," fährt er stolz fort, "die ist eine Kasse".

Samstag, Juni 17, 2006

Eine lustige Seefahrt und ein Hauch von Kopenhagen

Seit Anbeginn der Menschheit hält sich hartnäckig das Gerücht, dass sich Reiseverkehrskaufleute ständig auf Reisen befinden und nur zum Wäschewaschen ab und zu in heimische Gefilde zurückkehren.

Sicher bekommt man ab und an Einladungen zu so genannten Inforeisen, wobei es inzwischen aber gang und gebe ist, dass die Reisebüroangestellten dafür auch noch Urlaub opfern und oftmals auch die Teilnehmergebühr selbst zahlen müssen. Meist dauern die Reisen - je nach Zielgebiet - nicht länger als drei bis fünf Tage inklusive An- und Abreise, und vor Ort wird man von Hotel zu Hotel gekarrt, um möglichst viele Örtlichkeiten aus eigener Erfahrung kennenzulernen. Ich will ja nicht jammern, aber von Erholung kann auf solchen Reisen selten die Rede sein.

Umso schöner, wenn man wie ich das Glück hat, an einer Reise teilnehmen zu können, die bezahlbar ist und obendrein genügend Freiraum lässt, um das "normale Touristenleben" selbst testen zu können. Ich war vom 01.-03. Juni auf einer solchen Inforeise, einer Minikreuzfahrt mit der "MSC Lirica" von Kiel nach Kopenhagen. Das Schiff war auf dieser Reise ausschließlich mit Reiseverkehrskaufleuten beladen, was für das Personal eine sichtliche Herausforderung war. Denn Expis (Insiderbezeichnung für Reiseverkehrskaufleute) sind mitunter schlimmer als normale Urlauber.
Im strömenden Regen erfolgte also für mich die Anreise per Bus ab dem Leipziger Flughafen (ich hatte meinen Sohn bei meinen Eltern in Halle geparkt), während wir bis Kiel von scheußlichstem Regenwetter begleitet wurden. In Kiel riss dann plötzlich die Wolkendecke auf, und wir konnten den Nachmittag genüsslich auf dem Sonnendeck verbringen. Ich hatte schon auf der Busfahrt irre nette Menschen (noch ne Manuela, René und Sören) kennengelernt, mit denen der Aufenthalt an Bord großen Spaß machte. Mitunter ernteten wir kopfschüttelnde Blicke ob unserer guten Laune, aber da wir immer brav zu den Infoveranstaltungen und Schulungen gingen, die während der Reise stattfanden, konnte uns auch niemand als reine FUNisten abstempeln. Und mal ehrlich: wer bei "Stars in Concert" zum Lachen, Mitgröhlen und frenetischem Applaudieren in den Keller geht, ist irgendwie auch fehl am Platze. Extra für uns hatte man nämlich Elton John, Abba, Whitney Houston und Madonna an Bord gebracht. Gut, es waren nicht ganz die Echten, aber besonders Whitney und Elton waren hervorragend. Das Erstaunlichste war das dann plötzlich doch verständnisvolle Lächeln der Leute um uns herum, als René - um die Situation zu retten - vor Sören niederkniete und "Happy Birthday" sang. Dadurch waren wir rehabilitiert und durften uns benehmen, wie wir wollten. Seltsame Welt. Der Geburtstag entwickelte sich zum Running Gag, denn eigentlich hat Sören, wenn ich mich recht erinnere, erst im November Geburtstag.

Ich hatte das Glück eine Außenkabine beziehen zu dürfen. Ich hatte vor der Reise große Angst, dass ich womöglich die meiste Zeit über der Reeling hängen würde, aber die Stabilisatoren des Schiffes waren so hervorragend, dass man meistens nicht die geringste Bewegung spüren konnte. Die Ostsee war auch sehr ruhig, dafür ein Dankeschön! Da Kiel und Kopenhagen seemeilentechnisch einen Katzensprung weit voneinander entfernt sind, drehte unser Schiff ein paar Ehrenrunden, um einen kompletten Tag auf See inklusive zwei Übernachtungen erlebbar zu machen. Am Morgen des 3. Juni fuhren wir in den Kopenhagener Hafen ein, eine dänische Möwe begrüßte mich vor meinem Kabinenfenster, und ich hegte die Hoffnung, noch ein wenig Kopenhagen erkunden zu dürfen. Leider erlaubte es der Zeitplan nicht, da uns ca. 12 Stunden Fahrt zurück nach Leipzig bevorstanden. Somit konnte ich nur aus dem Busfenster heraus folgende eindrucksvolle Bilder von Kopenhagen machen:



Was ich vorher nicht wusste: es ging noch einmal aufs Schiff. War ich dank des schönen Aufenthaltes auf der "MSC Lirica" beinahe zum Kreuzfahrtfan mutiert, belehrte mich die Fahrt mit der Fähre von Gedser nach Rostock eines Besseren. Man hatte sich anscheinend extra die Mühe gemacht, ein museumsreifes, offensichtlich vom Rost angegriffenes Exemplar von Fähre zu schicken. Ein bedrohlicher Anblick, als die "Prins Joachim" in den Hafen einfuhr und währenddessen ihr verrostetes Maul aufsperrte, von dem wir kurze Zeit später mitsamt unseres Busses verschluckt worden.
Der Seegang war bedeutend mehr zu spüren als auf dem großen Kreuzfahrtschiff und ich freute mich auf die Ablenkung durch das Essen. Ich liebe Spaghetti Bolognese, aber das, was mir an Bord für läppische 6,68 Euro verkauft wurde, war grauenvoll. Ich ließ die Hälfte stehen. Die Atmosphäre auf dem gesamten Schiff war seltsam, gruselig und erinnerte mich stark an vergangene Mitropa-Zeiten. War ich froh, als wir nach ca. 1 1/2 Stunden in Rostock den Bauch des Ungetüms wieder verlassen durften.

Fazit der Reise:
eine witzige Notfallübung, Titanicfeeling ohne Untergang, sehr liebe Leute, mehrere SMS von O2 mitten in der Nacht, die mir mitteilten, dass ich mich in einem neuen Netz befinde, ein schönes Galadinner in Abendrobe und zwei Karten für das Robbie Williams Konzert am 28. Juli in Berlin.

Manuela, René, Sören - falls ihr das hier jemals lest: Ihr seid Deutschland!

Tote Tiere

Ich habe mich ein bisschen verliebt. In ein Mammut-Baby. Dass es schon seit ca. 35000 Jahren tot ist, tut da nichts zur Sache. Dima heisst es, wurde vor einigen Jahren in Russland gefunden und hat sogar noch wuscheliges Fell an den Beinen. Neben seinem Herzen ist auch das Geschlechtsteil erhalten. Hierzu meinte die kichernde Barbara Rüschoff-Thale, Museumsleiterin in Herne:

"Den hatte ich mir viel kleiner vorgestellt. Ich bin jetzt wirklich sehr erstaunt."
Fast wäre aus Dimas Ausflug nach Deutschland nichts geworden, weil die russischen Behörden noch den Nachweis eines Tierarztes anforderten, der belegen sollte, dass das Mammut wirklich, aber auch wirklich tot ist.

Und wie es der Zufall will, bin ich heute auch gleich noch über eine ganz seltsame Homepage gestolpert, die perfekt zum Thema passt (eigentlich hatte ich bei google lediglich das Suchwort "Iris" eingegeben). Nein, die Homepage an sich ist ok, aber eine Künsterlin, die tote Tiere für ihre Werke verwendet... na, ich weiß nicht. Dann lieber einmal Dima im Herner Museum bewundern.

Freitag, Juni 09, 2006

So kann´s weitergehen

Deutschland gegen Costa Rica 4:2.

Vor uns fuhr kurz nach dem Spiel ein Moped mit zwei Fußballfans, von denen einer sein Basecap im Fahrtwind verloren hatte (mit Helm wär das nicht passiert ;-) ). Die beiden bremsten mitten auf der Straße, wendeten und fuhren entgegen der Fahrtrichtung zurück, um das Basecap zu retten. Normalerweise wäre das im strengen Deutschland einem Todesurteil gleich, doch heute ernteten die beiden nur verständnisvolles Lächeln der Autofahrer, inklusive mir. Schön irgendwie, ein wenig Laissez faire und Bella Italia in Deutschland.

Olé Olé Olé

Noch knapp zwei Stunden bis zum Anpfiff, und ich freue mich so sehr auf die WM, dass mir das sicher niemand glaubt. Die vorfreudige Stimmung, die Berlin schon seit Tagen - ach was, seit Wochen - in Bann hält, hat mich einfach mitgerissen. In Janeks Kindergarten war heute WM-Party. Gestern haben die Kinder dafür schon eine Fußballtorte á la Tim Mälzer gebacken, und heute stolzierte Janek mit wehender Deutschlandfahne in den Kindergarten ein. Das Deutschland-Logo, das er auf die rechte Wange gemalt bekam, ist leider schon verblasst. England auf der linken hingegen ist in Topform. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.

Meine Vorfreude ist so groß, dass ich das Maulen einiger Freundinnen ("Oh nee, bloß kein Fußball. Bei mir steigt heute eine Anti-WM-Party") nicht mehr hören und schon gar nicht nachvollziehen kann. Selbst, wenn man sich nicht für Fußball interessiert: die fabelhafte Stimmung, das Sommerwetter pünktlich zum ersten Spiel - all das kann doch nur glücklich machen. Ich wünsche euch allen aufregende, friedliche und torreiche Wochen. Möge Deutschland gewinnen, denn dann hält die euphorische Stimmung noch mindestens ein paar Wochen lang an!

Und in den nächsten Tagen berichte ich dann auch, wo ich mich in der letzten Woche herumgetrieben habe.

Dienstag, Mai 30, 2006

Alles noch ganz frisch


Es war gar nicht einfach, vernünftige Fotos vom fast noch jungfräulichen Hauptbahnhof zu machen. Er ist einfach zu groß, weitläufig, hoch und bombastisch. Und dank seiner Jungfräulichkeit konnten wir sogar mit dem Auto direkt vor dem Bahnhof parken. Ein Parkhaus (es schüttete gerade wieder wie aus Kannen) suchten wir vergeblich, aber es waren auf der Fläche direkt vor dem Eingang genügend Plätze frei. Das wird in ein paar Wochen sicher anders sein, wenn die Fläche gepflastert ist und Parkuhren aufgestellt sind (würde mich wundern, wenn das nicht passiert).


Vier Ebenen sorgen für einen imposanten Ausblick, aber auch dafür, dass man schnell den Überblick verliert - wenn man ihn jemals hatte.


Nur auf wenigen Schildern steht noch der altehrwürdige Name "Lehrter Bahnhof". Ich befürchte, irgendwann verschwindet er ganz.


Montag, Mai 29, 2006

Ganz viel Bahnhof und ein defektes Thermostat

Verkehrsmittel diverser Sorten bestimmten heute meinen Tagesinhalt. Morgens Flüge für Kunden eingebucht und die letzten Vorbereitungen für eine Busbuchung erledigt.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des neuen Hauptbahnhofes von Berlin, den der Liebste, der Janek und das Ich bestaunen und fotographieren durften. Die Fotos wären auch schon längst online, hätte nicht ein weiteres Verkehrsmittel namens Auto - in diesem Fall dummerweise meins - plötzlich mit qualmendem Motorraum an einer Ampel mitten in Mitte gestanden. Da half nichts, rechts ran, Motorhaube auf, Pannenhilfe angerufen. Die Zeit bis zu deren Eintreffen vertrieben mir ein paar aufmerksame und hilfsbereite junge Halbaraber und Türken. Nett waren sie, weil sie mir den Frust von den Schultern nehmen und mir etwas zu rauchen anbieten wollten: "Kiffst du?". Hilfsbereit, weil sie mir großzügig den Weg zur Tankstelle weisen wollten, wo ich Öl für mein Auto kaufen konnte. Doch fehlendes Öl war gar nicht der Übeltäter, sondern ein fast unscheinbares kleines Ding namens Thermostat, stellte in Windeseile der in Rekordzeit am Tatort erschienene Herr vom Pannendienst fest. "Funktioniert im Prinzip wie das Ventil an einem Schnellkochtopf" erklärte er mir frauenfreundlich.

Nun kann ich nur hoffen, dass meine Werkstatt morgen einen Sondertermin für mein Auto einlegen kann. Denn ich fahre jetzt ohne Thermostat durch die Gegend. Bisher wusste ich zwar nicht, dass mein Auto so etwas hat, aber der Gedanke, dass ich nun ohne etwas durch die Gegend fahre, von dessen Existenz ich bisher keine Ahnung hatte, was aber dennoch irgendwie zu einem Auto gehört, macht mich doch ein wenig hibbelig.

Sonntag, Mai 28, 2006

Ist Berlin ein Dorf?

Irgendwie ist es ja süß. Meine Ex-Schwiegermutter hat mir gestern Abend eine besorgte Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Ob es mir gut gehe, sie hätte ja gehört, was in Berlin passiert ist und mache sich nun Sorgen um mich. Wenn ich in Delitzsch (Grüße an Mara ;-) oder meinetwegen auch in Frankfurt/Oder wohnen würde, könnte ich ja verstehen, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ein Bewohner dieser Orte bei einem solchen großen Event (fände es in Delitzsch oder Frankfurt/Oder statt)live dabei sein möchte. Aber in Berlin passieren täglich so viele spannende Dinge, dass ich beim besten Willen niemals alles selbst miterleben könnte oder auch möchte. Zugegeben, als ich die Live-Übertragung der Eröffnungsfeier im Fernsehen sah, ärgerte ich mich schon einen Moment, dass ich nicht hingefahren bin. Und wenn ich gefahren wäre, wie wahrscheinlich wäre es gewesen, dass ausgerechnet ich mich zur exakt falschen Zeit am exakt falschen Ort aufgehalten hätte? Egal, ich war nicht da, also ist mir auch nichts passiert.

Ich möchte momentan nicht in der Haut der Opfer stecken, die zwar alle überlebt haben, sich aber nun mit einer erschütternden Nachricht auseinandersetzen müssen, die ich in jedem Film-Drehbuch als zu absurd beurteilen würde.

Und natürlich hatte auch die Bildzeitung wieder eine nette Schlagzeile zu verkünden: 16jähriger ERSTICHT 28 Menschen nach Eröffnung des neuen Bahnhofes. Man könnte fast lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Samstag, Mai 27, 2006

Herr Stoiber fliegt vom Hauptbahnhof

Männer und Klischees

Ich hasse es, Klischees zu bedienen oder Sätze fallen zu lassen wie: "Typisch Mann!" Heute mache ich eine Ausnahme. Zwar fällt mir momentan nur einer ein, der Grund für meinen Frust gestern war, und deswegen ist es wohl auch nicht ganz fair, aber ich muss es einfach mal niederschreiben: Männer sind verantwortungslos können sich einfach nicht vorstellen, dass Frauen sich manchmal Sorgen machen. Insbesondere trifft das auf meinen Ex-Mann zu. Er ist zur Zeit mit unserem Sohn auf Reisen. Nicht weit weg, und auch sonst gibt es an und für sich keinen Grund zur Besorgnis. Aber er hat sich nicht gemeldet. Weder am Donnerstag Abend, dem Tag ihrer Abreise, noch gestern im Laufe des Tages. Ich bin bald verrückt geworden. Durch die Wohnung getigert, hier etwas aufgeräumt, dort in einer Zeitung geblättert, ein wenig gearbeitet, kurz ein Computerspiel gestartet. Doch nichts konnte mich lange ablenken oder gar beruhigen. Bei jedem meiner Anrufversuche auf dem Handy diese blöde Mailbox. Klar, ich war hysterisch, das gebe ich gerne zu. Ich kenne ihn ja noch gut genug um zu wissen, dass er halt manchmal einfach vergisst anzurufen, kein Grund zur Sorge also. Sicher war der Handyakku leer und er dachte sich nichts dabei. Kurz vor neun Uhr am Abend rief ich sogar die Eltern des Freundes an, bei dem die beiden ihre freien Tage verbringen, um dessen Telefonnummer herauszufinden. Ich wollte gerade die Nummer wählen, da klingelte das Telefon. Es war mein Sohn, der mich mit einem herzerfrischenden und fröhlichen "Hallo Mama" beruhigte. Mein Ex-Mann staunte über die Anzahl der verpassten Anrufe auf seinem Handy. Wie erwartet war er sich keiner Schuld bewusst. Und so richtig böse sein konnte ich ihm auch nicht mehr. Schließlich wusste ich nun, dass nichts passiert war, und alles andere verblasste somit zur Zweitrangigkeit und ich schämte mich fast ein wenig für meine Panik.
Ich habe in solchen Momenten wirklich ein Talent mich verrückt zu machen. Aber jede Frau, die diesen Eintrag liest, wird mich sicher verstehen können.
Um die allgemeine Männerehre wieder herzustellen, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich auch mindestens zwei Männer kenne, die sich in solchen Situationen brav melden, weil sie wissen, dass ihre Frauen zu Hause direkt neben dem Telefon sitzen und keinen Fingerschlag tun werden, bis sich ihr Mann heil von irgendwoher gemeldet hat. Mag sein, dass beide - mein Freund und mein Vater - im Laufe der Jahre einfach nur gelernt haben, dass sie sich viel Stress mit den Frauen ersparen, wenn sie sich kurz melden. Wirklich verstehen, warum man als Frau so in Panik geraten kann, können sie vermutlich nicht. Aber sie haben gelernt.

Wenn jetzt jemand gerne folgendermaßen kommentieren möchte: "Keine Nachrichten sind gute Nachrichten" - bitte lasst es! Das habe ich schon einige Male in meinem Leben gehört, aber beruhigt hat es mich nie.

Mittwoch, Mai 24, 2006

Herr Blüm korrespondiert mit der BILD

Armer Janek

Wenn es dicke kommt, dann richtig. Mein armer Sohn musste heute morgen auch zum Zahnarzt. Gestern Abend war mir aufgefallen, dass an einem seiner Backenzähne eine Ecke abgebrochen war. Janek, der schon (positive) Erfahrungen mit dem Zahnarzt gesammelt hatte, freute sich fast auf den anstehenden Besuch und die Aussicht, dass er vielleicht wieder eine bunte Füllung bekäme.

Inzwischen sieht er die Sache ein wenig anders, denke ich. Der nette junge Zahnarzt vom letzten Mal arbeitet leider nicht mehr in dieser Praxis, und somit musste er mit "meinem" Zahnarzt vorlieb nehmen. Der ist zwar auch nett, aber beknuddelt Kinder nicht ganz so wie der andere. Heute war das Bohren auch schmerzhaft, denn auch der Nachbarzahn war schon angegriffen, und da war eine intensivere Behandlung notwendig. Ich hatte Janek auf dem Schoß, was ihn sichtlich beruhigte, aber ein wenig wimmerte er schon und ein dickes Tränchen kullerte ihm während der Behandlung die Wange hinunter. Eine fürchterliche Situation für mich, obwohl er wirklich sehr sehr tapfer war und brav stillhielt. Kann man von einem Vierjährigen ja auch nicht unbedingt erwarten.

Zur Belohnung für sein heldenhaftes Auftreten holte ich ihn als Mittagskind aus dem Kindergarten ab. Er freute sich zunächst riesig, doch dann fiel ihm ein, dass im Kindergarten heute alle Kinder wach bleiben dürfen, wie das bei schönem Wetter und/oder vor freien Tagen manchmal gehandhabt wird. Blöderweise war er aber sichtlich müde und hier zu Hause muss er jetzt Mittagsschlaf machen. Dumm gelaufen...

Der einzige Lichtblick für ihn: Diese entzückende Pinguin-Postkarte, die er heute über Postcrossing aus den Niederlanden bekommen hat.

Montag, Mai 22, 2006

Wie in alten Zeiten

Dieses Schild habe ich heute vor einem Heimwerkerladen entdeckt.



Ich war gerade auf dem Rückweg vom Zahnarzt, dem ich noch eine Packung Antibiotika abgeschwatzt habe. Mein vor einem halben Jahr wurzelbehandelter Zahn meldet sich wieder, und ich will alles versuchen um einer - wohl doch nicht zu vermeidenden- Operation zu entgehen. Dank Laserbehandlung und Antibiotika hatte ich im letzten halben Jahr Ruhe. Letzte Woche dachte ich glücklich darüber nach, dass sich wohl doch noch einmal alles zum Guten gewendet hatte. Hätte ich wohl nicht tun sollen.

Wenigstens habe ich einen wirklich verständnisvollen Zahnarzt, der meine Abneigung gegen eine solche OP verstehen kann und nicht einfach sagt: "Schluss jetzt, der muss endlich operiert werden".

Jetzt haben wir den Salat

Es ist nichts Neues, dass der Grand Prix, oder wie er ja inzwischen heisst: Eurovision Song Contest, gruselige Auftritte vorzuweisen hatte, aber die waren dann meist eher musikalischer denn optischer Natur.

Ja, es ist schön für die Finnen, dass sie endlich nach vierzig Jahren auch mal den begehrten Preis nach Hause schleppen dürfen, aber das hätte auch noch Zeit gehabt bis zum nächsten Jahr.

Der Samstag-Abend verlief wie fast jeder meiner Grand Prix-Abende der letzten Jahre:

Ich habe mein Boykott-Vorhaben vom letzten Jahr ad acta gelegt, weil ich große Hoffnung in den deutschen Beitrag setze und darauf baue, dass Europa seinen Musikgeschmack endlich mal auf eine annehmbare Schiene gesetzt hat. Also weder Schlager noch Lordi. Meine Prognose für Texas Lightning lautet: Platz 10-15, obwohl ich insgeheim hoffe, dass auch die anderen Länder diese überaus sympatischen Musiker und die wunderbare Sängerin Jane zu schätzen wissen und Deutschland endlich mal wieder ganz vorn mitmischt.


Das Grundprinzip lautet auch in diesem Jahr wieder: "The same procedure as every year" - oberknappe Röckchen oder Höschen bei den Sängerinnen, ein paar auf Ballet getrimmte Hupfdohlen, die sich unpassend in klassischem Tanz zu moderner Musik bewegen, ein paar schiefe bis sehr schiefe Gesangseinlagen (besonders hervorzuheben: Las Ketchup, ui waren die schlecht).

Ich bin froh, dass Janek schon im Bett ist, als Lordi aus Finnland ihren Auftritt haben.
Der Song "Hard Rock Hallelujah" ist ok - Mainstream-Hardrock - und erinnert in gewissen Passagen mehr als auffallend an Alice Coopers "Poison".
Finnen sind mir generell aufgrund ihrer putzigen Sprache sympatisch, man kann im Prinzip sagen, dass ich dieses Völkchen regelrecht liebe. Daher gönne ich Lordi anfangs auch die euphorische Punktevergabe. Dass die gewinnen, und das sogar haushoch, hat ja niemand ahnen können.

Die Punktevergabe für die Deutschen ist - wie leider befürchtet- mager: 36 Punkte, 15. Platz. Wenigstens habe ich mit meiner Prognose Recht behalten, aber das tröstet mich nicht wirklich. Vielleicht wäre es in der Tat für den Grand Prix-Erfolg nützlich, Deutschland wieder zu teilen, am besten alle Bundesländer in autonome Staaten umzuwandeln, und dann wäre es doch gelacht, wenn es nicht aus mindestens 15 "Staaten" heisst: Germany douze points.

Wie gesagt, der Abend verlief im Prinzip wie jeder Grand Prix Abend: ich regte mich auf über die Sex-Schiene, die da so offensiv gefahren wurde und den musikalischen Gedanken in den Hintergrund verschob, regte mich auf über die Vetternwirtschaft, durch die sich insbesondere die osteuropäischen Länder Punkte in die Schuhe schoben, regte mich auf über die Wir-sind-alle-Freunde-und-gemeinsam-schaffen-wir-es-Songs, die jedes Jahr aufs Neue präsentiert werden. Zugegeben, Finnland fiel diesem Jahr in keines der genannten Kriterien, und somit müsste ich mich ja eigentlich freuen, weil endlich mal "was Anderes" gewonnen hat.

Aber (erfrischend) anders waren auch Texas Lightning, und somit plane ich jetzt bereits wieder meinen Boykott fürs nächste Jahr.

Ein Gutes hatte die Angelegenheit dann aber doch: mir fiel die Band aus Lettland wieder ein, die mich beim Grand Prix im Jahr 2000 so begeisterte und deren Lied ich mir schon seit Ewigkeiten herunterladen wollte. Musste mir heute den Namen der Band mühsam ergoogeln, aber ich bin fündig geworden und habe mir sofort ein ganzes Album von "Brainstorm" bei Ebay gekauft.
Der Grand Prix Song von damals heisst "My Star". Dieses Album steht jetzt auch auf meiner Wunschliste ganz oben, kostet aber bei Amazon & Co. noch richtig gut Geld, und somit hoffe ich auf erneutes Ebay-Glück.

Freitag, Mai 19, 2006

Und der einzige Mann, von dem ich mir GERNE...

... Fußballregeln erklären lasse, hat jetzt endlich auch einen eigenen Blog.

Ich habe jetzt auch ein...

Gästebuch

Heffalump

Aus dem Kinderzimmer ertönen seit Tagen immer wieder die gleichen Trompetenlaute. Janek hört "Heffalump".

Ich bekomme immer nur kleine Bröckchen des Hörspiels mit, wovon mir dieses hier ganz besonders gut gefällt:
"Mein Name ist Heffalump Trompeter Brombeer Heffrich Trampler Trompeter Heffalump der Vierte".
"Wie kannst du dir das merken?"
"Kann ich ja nicht, deswegen nennen mich alle Lumpi."

Donnerstag, Mai 18, 2006

Abseitsregeln für Mädchen

Wohl auch der grösste Fußballhasser wird zugeben müssen: Dieser Sport hat Deutschland derzeit absolut im Griff. Ich selbst muss mir zwar nicht jedes Bundesliga-Spiel im Fernsehen anschauen und alle Tabellenstände auswendig kennen, aber ich agiere selbst gerne als Trainer in "Fußballmanager 3", und zu den mitunter recht amüsanten Spielen des VfB Einheit zu Pankow gehe ich doch sehr gerne. Anfangs eher als Begleitung meines Liebsten, inzwischen auch aus ehrlichem Interesse und einer gewissen Art von Lokalpatriotismus in meinem Wahlheimatkiez Pankow. Wenn über Lautsprecher vor gerade mal 34 Zuschauern dem 12. Stellvertreter des Vereinsvorsitzenden zum 73 1/2. Geburtstag gratuliert wird, kann mir schon das Herz übergehen. Da spielt es auch keine Rolle, dass ich bis heute nicht alle Regeln kapiert habe.

Es fasziniert mich immer wieder, dass Männer, die ja als nichtmultitaskingfähig gelten, als Zuschauer bei einem Livespiel (oder auch im TV) plötzlich Dinge sehen, die sich am linken Spielfeldrand ereignet haben, während die Blicke eigentlich zum rechten Tor gingen. Da wird dann mitunter geschimpft - je nach Lust und Laune auf den Schiri, einen Spieler der gegnerischen Mannschaft oder auch auf den Konkurrenztrainer. Da kochen die Emotionen hoch, es ist so spannend. Ich selbst neige normalerweise dazu (früher war das aber noch viel schlimmer), mich schnell über etwas aufzuregen. Beim Fußball ist das anders. Ich habe in emotionaler Hinsicht wohl den meisten Abstand zum Spielgeschehen und genieße es, die Reaktionen der männlichen Zuschauer zu beobachten. Es ist rührend. Ab und zu werfe ich frauentypische Fragen in Richtung meines Freundes, der mir diese dann mit Engelsgeduld beantwortet. Die meisten Männer würden mich bestimmt lieber zu Hause lassen. Weil es für sie ein Ding der Unmöglichkeit ist, mit einer Frau zu einem Fußballspiel zu gehen.

Es wird wohl noch Jahre dauern - wenn es überhaupt jemals passiert - bis ich wirklich verinnerlicht habe, wann ein Foul ein Foul oder eine Schwalbe eine Schwalbe ist, wann es einen Freistoß gibt, wann einen Elfmeter, wann einen Einwurf. Wenn ich so meinen eigenen Worten hinterherlese, scheint es mir gerade wieder so, als hätte ich Null Ahnung von Fußball. Stimmt vermutlich auch, und streng genommen ist mir egal, was passives Abseits ist. Aber ich mag Fußball trotzdem, zumindest live, und ich werde mir mit Sicherheit auch während der WM einige Spiele im TV nicht entgehen lassen.

Eine theoretisch frauenfreundliche Erklärung des Phänomens Fußball und seiner Regeln gibt es hier. Das Problem ist nur, dass ich auch nicht unbedingt shoppinggeil bin, also weder das Fußball- noch das H&M-Abseits verstehe. Lustig ist es trotzdem. Beides. Irgendwie.